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Aus: Ausgabe vom 12.04.2022, Seite 1 / Inland
Teuerungswelle

Viel Kohle für Benzin

Spritpreise in BRD im EU-Vergleich mit am höchsten – Bundesminister Lindner plant Steuersenkung
Von Oliver Rast
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Nicht zu stoppen: Preisspirale bei Kraftstoffen dreht sich immer schneller (Miltzow, 6.4.2022)

Für zahlreiche Verbraucher wird es eng. Vor allem für Pendler, die ohne Auto Wegstrecken zum Arbeitsplatz nicht zurücklegen können. Der Grund: Benzin und Diesel waren an deutschen Tankstellen zuletzt »teils deutlich teurer als in den meisten direkten Nachbarstaaten Deutschlands«, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in einem EU-Vergleich mit.

Demnach zahlten Pkw-Fahrer hierzulande am Stichtag 4. April im Tagesdurchschnitt 2,06 Euro sowohl für einen Liter Super E5 als auch für einen Liter Diesel. Zum Vergleich: Die Superbenzinpreise waren an dem besagten Tag nur in den Niederlanden (2,11 Euro) und Dänemark (2,09) höher, während Diesel in den Niederlanden (2,04 Euro) und in Dänemark (1,93 Euro) günstiger war als in der BRD. Ein weiteres Preisbeispiel: In Polen lagen die Kosten für Kraftstoffe – für Benzin und Diesel – um 45 Cent unter denen in Deutschland. Auch in weiteren Nachbarländern ist beispielsweise Diesel deutlich billiger als hier, in Luxemburg (1,76 Euro) und in Österreich (1,84 Euro) etwa.

Ein Grund für die teils enormen Preisdifferenzen sind unterschiedliche Steuersätze. Druck bekommt die Ampelregierung seitens Beschäftigter. Die Teuerungswelle bei Energiekosten und vor allem bei Kraftstoffen müsse gebremst werden, sagte Birgit Dietze, Leiterin des IG-Metall-Bezirks Berlin, Brandenburg, Sachsen, am Montag zu jW. Insbesondere seien Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen betroffen. Das weiß ferner Dirk Vogeler, Betriebsratsvorsitzender im Stahlwerk Arcelor-Mittal Eisenhüttenstadt. In Ostbrandenburg sei der öffentliche Personennahverkehr nur schwach ausgebaut. »Unsere Kollegen sind oftmals auf das Auto angewiesen, müssen finanziell entlastet werden«, forderte der Metaller gegenüber dieser Zeitung.

Signale, die Christian Lindner (FDP) möglicherweise erhört hat. Der Bundesfinanzminister will laut dpa vom Montag die geplante Steuersenkung auf Benzin und Diesel von Anfang Juni bis Ende August umsetzen. Danach könnten die Steuern für im Straßenverkehr verwendete Kraftstoffe auf das Europäische Mindestmaß – bei Benzin 30 Cent und bei Diesel 14 Cent pro Liter – gesenkt werden.

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