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Aus: Ausgabe vom 11.04.2022, Seite 1 / Inland
Sanktionspolitik

CSU träumt vom Fracking

Union und Unternehmerverbände warnen vor »Gasboykott«. Söder will »Verbote aufheben«
Von Susanne Knütter
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Offen, ob hier überhaupt je Gas ankommt: Gasanlandestation von Nord Stream 2 in Lubmin (29.4.2021)

Die Debatte über einen Importstopp für russisches Gas wurde am Wochenende fortgesetzt. CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat das Nein seiner Partei zu einem solchen Boykott nun auch mit der Sorge um den »sozialen Frieden« begründet. »Es geht nicht um die Frage, ob wir für den Frieden in der Ukraine ein bisschen frieren können«, sagte Czaja am Sonntag in einem Gespräch mit dpa in Berlin. »Es geht um die Frage, ob wir Millionen von Arbeitsplätzen erhalten, Existenzen von Bürgerinnen und Bürgern und damit auch den sozialen Frieden in unserem Land sichern«, fügte er hinzu.

Er könne verstehen, dass Wege gesucht werden, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, sagte er zu so begründeten Forderungen, die unter anderem von der ukrainischen Regierung erhoben werden. »Aber ein sofortiger Stopp russischer Gaslieferungen würde unsere wirtschaftliche Kraft derartig in Mitleidenschaft ziehen, dass wir nicht mehr die Kraft hätten, um auch der Ukraine angemessen helfen zu können«, sagte Czaja. Große Teile der deutschen Grundstoffindustrie seien von diesen Gaslieferungen abhängig.

Derweil hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt, die besonders umweltschädliche Frackingtechnologie zur Gasgewinnung in Deutschland »ergebnisoffen prüfen« zu wollen. »Die Amerikaner haben sich durch Fracking vom Nahen Osten völlig unabhängig gemacht«, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonntag. »Verbote könnte man aufheben«, so Söder, der zugleich den Weiterbetrieb von fünf deutschen Atomkraftwerken forderte, weiter.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat unterdessen eindringlich vor einem Stopp der Gasimporte aus Russland gewarnt. »Ein Gaslieferstopp hätte katastrophale Folgen für die Industrie in Deutschland und die Menschen in unserem Land«, sagte Verbandsvizepräsident Werner Baumann Bild am Sonntag. Mit einem Gasboykott würde »eine Welle der Arbeitslosigkeit drohen, wie wir sie seit vielen Jahren nicht gesehen haben«. Bei einem solchen Lieferstopp könnten zudem ganze Produktionsanlagen unbrauchbar werden.

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