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NRW: Anstieg antisemitischer Delikte

Köln. Die amtliche Zahl antisemitisch motivierter Straftaten ist im bevölkerungsreichsten Bundesland stark angestiegen. Wurden 2020 noch 276 Straftaten in diesem Bereich erfasst, waren es 2021 in Nordrhein-Westfalen insgesamt 437. Der Großteil der antisemitischen Straftaten wurde demnach »Rechtsextremisten« zugeordnet (368 von 437), wie die Landesregierung von CDU und FDP laut einem Bericht des WDR vom Freitag auf Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mitteilte. Die meisten antisemitischen Delikte sind demnach 2021 in Meckenheim bei Bonn (59), Essen (34), Köln (27), Gelsenkirchen (26), Düsseldorf (21) und Dortmund (20) begangen worden.

Bei den islamfeindlichen Straftaten wurde ein Rückgang von 186 in 2020 auf 110 im vergangenen Jahr verzeichnet. Die Schändung muslimischer Gräber in der Silvesternacht in Iserlohn sei noch nicht in der Statistik erfasst. Insgesamt ging die politisch rechts motivierte Kriminalität um 249 Straftaten auf 3.134 Delikte 2021 zurück. Bei den rassistischen Straftaten gab es im Jahresvergleich einen Anstieg von 438 auf 462. Grünen-Fraktionschefin Verena Schäffer forderte am Freitag mehr Schutz für Betroffene sowie eine Dunkelfeldstudie zur Kriminalität von rechts. Faschisten müssten entwaffnet und Haftbefehle vollstreckt werden. Von ihnen gehe die größte Gefahr für die Demokratie aus. (jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.03.2022, Seite 15, Antifaschismus

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