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Hintergrund: Ausverkauf bei Amazon und Co.

Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen im März 2020 auf Nullniveau abgesenkt. Eine erste Zinserhöhung wird nun für kommenden März erwartet. Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik hat einen Ausverkauf für Aktien von Unternehmen aus der Hightechbranche eingeleitet. Der US-Index Nasdaq 100, der die größten Konzerne der Branche umfasst, ist seit Jahresbeginn um fast 15 Prozent gefallen. Denn die Unternehmen der Plattformökonomie haben ihr Wachstum auf Pump finanziert. Das Geschäftsmodell ist lange auf Fremdfinanzierung ausgelegt. Investoren setzen darauf, dass die Konzerne profitabel werden. Die künftigen Gewinne werden mit den heutigen Zinsen bewertet. Je höher der Zins, desto niedriger die Profitaussicht. Zieht die Notenbank den Leitzins an, verteuern sich die Kreditbedingungen. Der Ausverkauf vor der angekündigten Zinswende dürfte also nur ein Vorgeschmack sein. Der Nasdaq 100 hat 2022 jeden Handelstag mehr als ein Prozent verloren. Wie Bloomberg am Sonnabend berichtete, ist das in den letzten Jahren nur zweimal passiert: Zunächst im März 2000, als die Dotcom-Blase platzte. Und dann angesichts der Terroranschläge im September 2001. Allein die Aktie von Amazon hat seit Jahresbeginn mehr als 17 Prozent eingebüßt.

»Wir leben in einer Welt, in der die meisten Marktteilnehmer noch nie einen Zinserhöhungszyklus miterlebt haben«, sagte Aktienhändler Keith Temperton vom Brokerhaus Forte Securities am Dienstag gegenüber Reuters. »Alles, was sie kennen, ist eine Fed, die Geld in die Märkte pumpt. Daher ist das jetzt ein Schock.« (sz)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.01.2022, Seite 3, Schwerpunkt

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