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Aus: Ausgabe vom 15.01.2022, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage
#RLK22

Kraft tanken im Stream

Ein Blick zurück auf die XXVII. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin
Von Michael Merz
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Musikalischer Auftakt zur Konferenz mit dem Skazka-Orchester und einem stillen Gastauftritt von Rosa

Ursprünglich sollte die XXVII. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin ein Fest des Wiedersehens werden. Und es hätte gut getan, mit Tausenden physisch anwesenden Besucherinnen und Besuchern Energie zu tanken für die anhaltenden und anstehenden Kämpfe. Die Max-Schmeling-Halle in Berlin war bereits gebucht, die Vorbereitungen praktisch abgeschlossen – doch Corona vermasselte abermals die große Sause, und das Virus zwang junge Welt und Melodie & Rhythmus erneut zur inneren Einkehr in die zum Studio umgebaute jW-Ladengalerie. Was dort schließlich am 8. Januar auf die Beine gestellt wurde, konnte zwar den persönlichen Austausch nicht ersetzen, hatte aber Strahlkraft weit über deutsche Grenzen hinaus. Und es zeigte sich, dass auch mit dem zwangsweisen Umzug in den Livestream ein spannender Jahresauftakt linker Kräfte möglich ist.

Referentinnen und Referenten aus aller Welt sorgten in ihren jeweiligen Themengebieten für inhaltliche Tiefe, das Konferenzmotto »Hände weg von Russland und China!« war aktueller denn je. Als Vizevorsitzender des außenpolitischen Ausschusses der russischen Staatsduma schilderte Dmitri Nowikow (KPRF) die Aggression der Imperialisten. Der Krise des Kapitalismus und dessen Ausbeutungs- wie Unterdrückungsmechanismen widmeten sich die Journalistin Rania Khalek, Lucia Pradella vom King’s College London und der frühere Labour-Chef Jeremy Corbyn, der bekannte: »Wir müssen in einer Welt des Friedens leben!« Alternativen sind möglich, wie Juan Ramón Quintana aus Bolivien und Rosario del Pilar Pentón Díaz aus Kuba konkretisierten. Dass ohne Frieden alles nichts ist, stellten schließlich die Diskutanten der Podiumsdiskussion klar und debattierten darüber, wie wir den nächsten großen Krieg verhindern können.

Und die Künstlerinnen und Künstler – die Grenzgänger, das Skazka-Orchester, das Simon-Dach-Projekttheater oder die online aufbereitete Ausstellung der Gruppe »Tendenzen« – machten bereits Lust auf nächstes Jahr. Dann soll die Konferenz endlich wieder für alle live vor Ort veranstaltet werden, in der für einen Tag symbolisch nach Max Hoelz umbenannten Halle in Prenzlauer Berg.

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    Alles im Blick: Im Regieraum der #RLK22 laufen die Fäden zusammen
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    Zum Abschluss die »Internationale« – diesmal in der Version Erich Weinerts von 1937
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    Jugendpodium: Tuğba Bakırcı (DIDF-Jugend), Marius Dornemann (SDAJ), Moderatorin Sophia Autenrieth (SDAJ) und Lu Mayer (Linksjugend Solid Berlin) (v.l.n.r.)
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    Moderator Sebastian Carlens überreicht Kubas Botschafter Ramón ­Ripoll Díaz (r.) anlässlich seines Abschieds eine Grafik aus der jW-Edition
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    Zu Attacken des Staates auf Andersdenkende: Arnold Schölzel, ­Irmgard Cipa, Moderator Sebastian Carlens und Lore Nareyek (v.l.n.r.)
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    Diskussion für den Frieden: Martin Singe (Pax Christi), Andrea Hornung (SDAJ), Horst Schmitthenner (IG Metall), Stefan Huth (jW-Chefredakteur), Esther Zimmering (Schauspielerin) und Sören Pellmann (Die Linke)
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    Peter Wittig stellte ein Stück des Simon-Dach-Projekttheaters Berlin vor
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    Melancholisch und kitschfrei optimistisch: Die Grenzgänger in Aktion
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    Moderierten vom Vormittag bis in den Abend: Esther Zimmering und Sebastian Carlens
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    Franz Haslbeck (l.) organisiert die Proteste gegen die Münchner »Sicherheitskonferenz«
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    Dmitri Nowikow, Vizevorsitzender des außenpolitischen Ausschusses der russischen Staatsduma und Vizechef der KPRF
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    Schauspieler Rolf Becker erinnerte an »seine große Schwester«, die Antifaschistin Esther Bejarano
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    Lucia Pradella referierte zum Zusammenhang von Flucht und Ausbeutung
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    Juan Ramón Quintana aus Bolivien sprach zum Abbau von Rechten im bürgerlichen Staat
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    Fiona Edwards stellte die Kampagne der Initiative »No Cold War« vor
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    Mike Africa jr. aus Philadelphia (USA, r.) setzt sich für die Freilassung von Mumia Abu Jamal ein. Links: Moderatorin Esther Zimmering
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    Der preisgekrönte serbische Regisseur Srdan Golubovic aus Belgrad erklärte die Motivation für seinen Film »Otac«
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    Die US-amerikanisch-libanesische Journalistin Rania Khalek veranschaulichte die Manipulation der Massenmedien
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    Unterstützt Julian Assange mit dem »Peace and Justice ­Project«: Jeremy Corbyn aus Großbritannien
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    Rosario del Pilar Pentón Díaz, Rektorin der Hochschule der KP Kubas, über den sozialistischen Aufbau

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