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Aus: Ausgabe vom 15.01.2022, Seite 8 / Abgeschrieben

Rote Armee gewann Schlacht um Moskau vor 80 Jahren

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten (FIR) erinnerte am Freitag an die Niederlage der Wehrmacht bei Moskau vor 80 Jahren:

Noch im August 1941 hatte Hitler (…) die Weisung erlassen, Moskau (…) müsse noch vor Eintritt des Winters erobert werden. (…) Anders als erwartet, verhinderten Witterungsbedingungen und militärischer Widerstand der sowjetischen Streitkräfte einen zügigen Vormarsch. Dennoch glaubte noch bis Anfang Dezember der Generalstab des Heeres, dass die sowjetischen Truppen »zur Zeit« ohne Zuführungen von nennenswerten Verstärkungen nicht zu einem Gegenangriff im Abschnitt der Heeresgruppe Mitte in der Lage seien.

Demgegenüber stand die erfolgreiche Reorganisation der militärischen Verteidigung im westlichen Vorfeld Moskaus seit Mitte Oktober, die von Armeegeneral Georgi K. Schukow organisiert wurde.

Mit einer großangelegten Offensive im Bereich der Kalininer Front und der Westfront am 5. Dezember gelang es nicht nur, den Vormarsch der Wehrmacht zu stoppen, sondern in der folgenden Angriffsoperation, die bis zum 7. Januar 1942 dauerte, stieß die Rote Armee auf einer etwa 1.000 Kilometer breiten Front bis zu 250 Kilometer nach Westen vor.

Unfähig, die Kampfkraft der Roten Armee richtig einzuschätzen, verbot Hitler Mitte Dezember jeglichen Rückzug mit der Begründung: »Größere Ausweichbewegungen … führen zum völligen Verlust von schweren Waffen und Gerät.« Die Wehrmacht sei daher »zum fanatischen Widerstand in ihren Stellungen zu zwingen«.

Trotz solcher »Durchhalte«-Parolen musste Hitler mit dem Rückzugsbefehl vom 15. Januar 1942 das Scheitern der Militäraktion eingestehen. Erstmals seit 1939 erlitt die sieggewohnte Wehrmacht eine schwere Niederlage, die den Mythos ihrer Unbesiegbarkeit zerstörte. (…) Dieser militärische Sieg in der Schlacht um Moskau, der an der Front und von den sowjetischen Menschen an der Heimatfront errungen wurde, führte zu einem deutlichen Aufschwung des Partisanenkampfes in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Er wurde auch in den Vereinigten Staaten, die sich gerade erst mit dem Angriff auf Pearl Harbour konfrontiert sahen, als wichtiges Symbol der Besiegbarkeit der faschistischen Bedrohung verstanden.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) forderte am Freitag einen Energiepreisstopp:

Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP erklärt: »Wir haben eine Kampagne für einen gesetzlichen Energiepreisstopp begonnen. Jetzt hat offensichtlich sogar die Ampelregierung in ihrer Blase gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie diskutiert über einen einmaligen Energiekostenzuschuss von 135 Euro für einen Singlehaushalt und 175 Euro für zwei Personen – allerdings nur, wenn dieser Haushalt Wohngeld bezieht. Damit wird nicht einmal allen armen Haushalten geholfen. Bezieherinnen von Hartz IV und von der Altersgrundsicherung gehen leer aus.

Noch dazu liegen die Preissteigerungen monatlich oft höher als der geplante einmalige Zuschuss. Die Preissteigerungen bedrohen akut Millionen Familien und Kleinbetriebe in ihrer Existenz. Die Ursache dieser Preissteigerungen sind Spekulationen der Energiekonzerne und die Pleiten kleinerer Stromlieferanten, die das Risiko voll auf ihre Beschäftigten und die Verbraucher abwälzen. Die landen in der Grundversorgung, und die wurde von fast allen Stromlieferanten in den letzten Monaten drastisch, zum Teil auf das Zwei- bis Dreifache, angehoben, um sich am Schicksal dieser Menschen zu bereichern.

Da nutzen keine Almosen, da muss der Staat in die Verfügungsgewalt der Energiekonzerne eingreifen. Ein gesetzlicher Preisstopp ist der Anfang – die Überführung der Energieversorgung in öffentliches Eigentum notwendig. Beides sind Ziele der Kampagne der DKP, für die wir seit dem vergangenen Wochenende Unterschriften sammeln.« www.energiepreisstopp-jetzt.de

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Ulf G. aus Hannover (16. Januar 2022 um 15:45 Uhr)
    Schuld an den Preissteigerungen für Energie sind nicht irgendwelche Bereicherungsabsichten der Grundversorger, sondern gestiegene Weltmarktpreise. Die Forderung der DKP nach einem gesetzlichen Preisstopp ist da blauäugig. Sie glaubt doch wohl nicht im Ernst, dass etwa US-Lieferanten von Flüssiggas sich von einem deutschen Preisstopp beeindrucken lassen werden. Und eine Verpflichtung, das Erdgas teuer einzukaufen und billig weiterzuverkaufen, wäre ein Rezept, die gesamte Energieversorgungsbranche in die Pleite zu schicken. Das kann keiner wollen. Energieversorger staatlich zu subventionieren wäre ebenfalls Unsinn. Warum sollten Reiche von künstlich verbilligten Energiepreisen profitieren? Sinnvoll sind einzig Energiekostenzuschüsse für Arme. Zumindest solange aufgrund von EU-Vorgaben wesentliche Infrastruktur nicht in Gemeineigentum überführt werden kann, um etwa über Lieferverträge mit Russland Stabilität in den Energiemarkt zu bringen. Dem steht freilich die russophobe Verlogenheit in Deutschland, der USA und der EU entgegen. Als ob unser Denken noch immer von Hitlers Gleichsetzung von Juden und Bolschewiki bestimmt wäre, die es zu bekämpfen gälte. Es wäre durchaus sinnvoll, der Zockerei an den Energiebörsen zugunsten langfristiger stabiler Lieferverträge ein relatives Ende zu setzen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mit ihren Füßen für so ein Ende abgestimmt und sind trotz etwas höherer Preise bei ihren Grundversorgern geblieben. Diese Bürgerinnen und Bürger jetzt dafür zu bestrafen halte ich für unfair. Sollen die Energieversorger wirklich die Preise für ihre treuen Stammkunden erhöhen, um den Exkunden der Pleitezocker geringere Tarife anbieten zu können? Nein! Wenn Grundversorger aufgrund der Zockerpleiten viele Neukunden versorgen und dafür viel teurer die nötige zusätzliche Energie einkaufen müssen, dann sollen die Zockerkunden dafür selber bezahlen und nicht diejenigen zahlen lassen, die gegen die Zockerei waren. Nur für Arme Zuschüsse, nicht für Reiche!

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