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Aus: Ausgabe vom 04.01.2022, Seite 2 / Inland
Gewalt gegen Muslime

Störung der Totenruhe

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Im nordrhein-westfälischen Iserlohn haben Unbekannte um den Jahreswechsel herum etwa 30 Grabstätten auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs geschändet. Steine wurden zerschlagen und Bepflanzungen herausgerissen, wie das Lokalblatt Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung am Sonnabend online berichtete. Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Am Sonntag hätten sich rund 300 Menschen auf dem Friedhof versammelt, um ihre Solidarität zu zeigen, wie Ayman Alaiz vom Integrationsrat der Stadt dem Spiegel (Montag) sagte. (AFP/jW)

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  • Leserbrief von Peter Blechschmidt aus Chemnitz ( 5. Januar 2022 um 05:58 Uhr)
    Die Störung der Totenruhe hat aktuell in Deutschland mehrere Gesichter. Sie reicht vom Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Gedenkstätte Buchenwald bis leider auch zur Zerstörung von Grabanlagen. Das Pärchen, von einer Streife in der Nähe der Gräber am Glockenturm in Weimar angesprochen, soll sich keiner »Unredlichkeit« seiner Handlungen bewusst gewesen sein. Eine Ächtung derartiger Handlungen darf uns keinesfalls kalt lassen, auch solange immer noch das Phänomen einer »schweigenden Mitte«, gerade aktuell in Chemnitz im Zusammenhang mit der Kulturhauptstadtbewerbung, beklagt wird. Ich halte es für unabdingbar, die Integration von Kulturen und Erinnerungstraditionen einzufordern, ehe die Präsenz von Polizei an Synagogen und Gedenkstätten erhöht wird. Das unaufhörliche Aufarbeiten der DDR-Diktatur unter Verweis auf die Nazidiktatur befördert auch weiterhin Erinnerungsvermögen und Fähigkeit an zutiefst singuläre Ereignisse, strategisch betrieben als Delegitimierung der DDR. Die »Zwietracht in deutschen Herzen«, wie sie Gerhart Hauptmann im »Florian Geyer« anmahnt, ist auch weiterhin allgegenwärtig.

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