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Aus: Ausgabe vom 30.11.2021, Seite 16 / Sport
Biathlon

Die Lücken schließen

Deutsches Team in der Übergangsphase: Der Biathlonweltcup im schwedischen Östersund
Von Gabriel Kuhn
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Langsam kommt die Wintersportsaison so richtig in Gang. Nach den ersten Weltcuprennen der Alpinen vor rund einem Monat fanden in den vergangenen zwei Wochen in zahlreichen weiteren Disziplinen die ersten Weltcupwettbewerbe statt. In Nischni Tagil wurden die ersten Skisprungkonkurrenzen abgehalten, in Yanqing testeten die Rodler den olympischen Eiskanal 2022, in Innsbruck-Igls triumphierten die deutschen Bobfahrer, und im finnischen Ruka nutzten die deutschen Kombinierer die Disqualifikation des norwegischen Dominators Jarl Magnus Riiber für einen Dreifachsieg, während beim Langlaufweltcupauftakt am selben Ort die Norwegerin Therese Johaug tatsächlich einmal ein Rennen nicht gewann.

Zu den ersten Weltcupwettbewerben im Biathlon kam es am vergangenen Wochenende traditionsgemäß im schwedischen Östersund. Ungeachtet aller deutschen Erfolge in anderen Wintersportarten rangiert das Biathlon seit Jahren in Umfragen zur beliebtesten Wintersportart Deutschlands auf Rang eins. Nur das Skispringen ist ein ernstzunehmender Konkurrent.

Gegenwärtig befindet sich das deutsche Biathlonteam in einer Übergangsphase. Einige Leistungsträger beendeten in den letzten Jahren ihre Laufbahnen. Besonders schwer wog das frühe Karriereende der siebenfachen Weltmeisterin Laura Dahlmeier vor zweieinhalb Jahren. Aber auch Simon Schempp und Arnd Peiffer, die in der vergangenen Saison ihre letzten Rennen bestritten, hinterlassen Lücken. Die verbleibenden Aushängeschilder kommen ebenfalls in die Jahre: Denise Herrmann (32) bei den Damen, Benedikt Doll (31) und Erik Lesser (33) bei den Herren.

Um so erfreulicher, dass bei den Wettkämpfen in Östersund mehrere deutsche Athleten persönliche Bestleistungen erzielen konnten. Im Auftaktwettbewerb am Samstag, dem 15-Kilometer-Rennen der Damen, gelang das sowohl Anna Weidel vom WSV Kiefersfelden mit Rang neun und Vanessa Voigt (WSV Rotterode) mit Rang zwölf. Weidel war eine der wenigen Athletinnen, die am Schießstand ohne Fehler blieben. Beste DSV-Läuferin wurde Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) als Dritte. Es siegte überlegen die Tschechin Marketa Davidova vor der Österreicherin Lisa Theresa Hauser.

Im folgenden 20-Kilometer-Rennen der Herren erzielte Justus Strelow vom SG Stahl Schmiedeberg als 13. sein bisher bestes Resultat im Weltcup. Roman Rees (SV Schauinsland) plazierte sich einen Rang dahinter. An der Spitze stellte das norwegische Team seine Vormachtstellung unter Beweis. Vier Norweger landeten unter den ersten sechs. Sturla Holm Lægreid gewann vor Tarjei Bø und dem Franzosen Simon Desthieux. Für eine Einlage der besonderen Art sorgte der Russe Eduard Latypow, der mit Chance auf einen Podestplatz den Zieleinlauf verpasste und umkehren musste. So reichte es am Ende nur für Platz sieben.

Beim 7,5-Kilometer-Sprint der Damen am Sonntag bestätigte Anna Weidel mit Rang 16 ihr ausgezeichnetes Ergebnis vom Vortag. Wiederum blieb die Zollwachtmeisterin beim Schießen ohne Fehler. Beste DSV-Läuferin wurde dieses Mal mit Franziska Preuß (SC Haag) auf Rang sieben eine der Routiniers. Eine kleine Entschädigung für den enttäuschenden 23. Rang des Vortags. Preuß hatte im Gesamtweltcup 2020/21 den hervorragenden dritten Platz belegt. Denise Herrmann schaffte es im Sprintwettbewerb nur auf Rang 25. Es siegte die Schwedin Hanna Öberg vor der Französin Anaïs Chevalier-Bouchet und der Norwegerin Marte Olsbu Røiseland.

Im Zehn-Kilometer-Sprint der Herren verbuchte Philipp Nawrath vom SK Nesselwang als Sechster eine weitere persönliche Bestleistung für den DSV. Philipp Horn (SV Eintracht Frankenhain) wurde 17., Benedikt Doll (SZ Breitnau) 18. Es gewann der Schwede Sebastian Samuelsson vor den Norwegern Vetle Sjåstad Christiansen und Johannes Thingnes Bø.

Keiner der DSV-Athleten, die in Östersund persönliche Bestleistungen erzielten, ist jünger als 24, was im Biathlon nicht viel heißen will. Es gibt im Weltcup eine eigene Wertung für Athleten unter 25 Jahren. Dass jüngere Athleten Spitzenleistungen erzielen, ist selten. Ausnahmekönner wie Laura Dahlmeier bestätigen die Regel.

Der Biathlonweltcup wird am kommenden Wochenende mit weiteren Wettbewerben in Östersund fortgesetzt.

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