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Aus: Ausgabe vom 30.11.2021, Seite 4 / Inland
Verdrängung

Abriss unter Polizeischutz

Freiburg: Besetztes Haus »G 19« muss weichen
Von Nick Brauns
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Am Montag begann der Abriss des besetzten Häuschen für Alternativkultur »G 19« in der Freiburger Gartenstraße

In der Innenstadt von Freiburg wurde am Montag ein seit gut elf Jahren besetztes Haus geräumt. Der als »G 19« bekannte Flachbau in der Gartenstraße wurde anschließend von einem Bagger eingerissen. Das seit April 2010 besetzte kleine Haus hatte als Treff- und Veranstaltungsort für alternative und subkulturelle Projekte gedient. So befand sich dort die durch Spenden finanzierte Selbsthilfefahrradwerkstatt »Bike Kitchen«. Die Polizei hatte die Gartenstraße weiträumig abgesperrt, um »einen störungsfreien Verlauf von Abbrucharbeiten« zu gewährleisten. Rund 30 Personen demonstrierten nach Angaben von Radio Dreyeckland vor den Polizeisperren gegen die Zerstörung eines der letzten nichtkommerziellen Freiräume in Freiburg.

Durch die Mobilisierung von Unterstützern der »G 19« konnte im Mai noch verhindert werden, dass ein vom Hauseigentümer beauftragter Architekt in Begleitung einer Abrissfirma in das Gebäude eindrang. Der in Neuss lebende Eigentümer hatte damals gegenüber der Badischen Zeitung erklärt, dort ein Mehrfamilienhaus bauen zu wollen. Ein Bebauungsplan lag aber noch nicht vor. Vorerst sollen auf der Brache Parkplätze entstehen. »Wir sind traurig und wütend!« erklärte die Antifaschistische Jugend Freiburg am Montag auf Twitter. »Hier war Raum für Ideen und Utopien. Ab jetzt wird dort nur noch Platz für Autos sein.«

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