75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 2. Dezember 2021, Nr. 281
Die junge Welt wird von 2593 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Aus: Ausgabe vom 23.11.2021, Seite 7 / Ausland
Boric gegen Kast

Stichwahl in Chile

Rechter Präsidentschaftskandidat gewinnt vorerst
2021-11-21T9O8GFE_3_CHILE-ELECTION.JPG
Kast, Sohn eines Wehrmachtsoffiziers, am Sonntag nach seiner Stimmabgabe in Santiago

Aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Chile am Wochenende sind der extrem rechte José Antonio Kast (27,91 Prozent) und der linke Aktivist Gabriel Boric (25,83 Prozent) als die beiden stärksten Kandidaten hervorgegangen. Die Stichwahl soll am 19. Dezember stattfinden. Der 35jährige Boric, Sohn kroatischer und katalanischer Einwanderer, gehörte 2011 zu den Anführern der Studentenproteste gegen die horrenden Studiengebühren. Als Präsident werde er »einen Wohlfahrtsstaat schaffen, in dem jeder die gleichen Rechte hat, unabhängig davon, wieviel Geld er im Portemonnaie hat«. Chile hat in Lateinamerika eine der höchsten Konzentrationen von Multimillionären. Weite Teile der Arbeiterklasse sind hochverschuldet – häufig, um Bildung und private Renten zu bezahlen. Kritiker wie Boric führen dies auf die 1980 unter Augusto Pinochet eingeführte Verfassung zurück.

Kast, der Vorsitzende der ultrarechten Republikanischen Partei, hingegen verteidigt die Militärdiktatur Pinochets und dessen neoliberales Wirtschaftsmodell. In seinem Programm befürwortet der Sohn deutscher Einwanderer eine weitere Reduzierung der öffentlichen Ausgaben, Steuersenkungen und die Abschaffung mehrerer Ministerien, etwa des Frauenministeriums. Außerdem tritt er für den Erhalt des privaten Rentensystems ein und will ein internationales Netzwerk zum Kampf gegen »linke Extremisten« gründen.

Borics Gegner hatten im Wahlkampf Tweets des Studenten aus dem Jahr 2013 veröffentlicht, in denen er Nicolás Maduro als neuen Präsidenten Venezuelas nach dem Tod von Hugo Chávez begrüßte. Im Wahlkampf distanzierte sich dieser jedoch von der venezolanischen Regierung und tadelte Glückwünsche eines Politikers der mit ihm verbündeten Kommunistischen Partei Chiles zum Wahlsieg von Daniel Ortega in Nicaragua. (AFP/jW)

Zeitung für das Recht auf Wohnen

Die junge Welt ist die einzige parteiunabhängige Tageszeitung, die Zeit Ihres Bestehens gegen Krieg und Faschismus angeschrieben hat. Wenn wir nun unseren 75. Geburtstag feiern, dann möchten wir das zusammen mit unseren Leserinnen und Lesern begehen.

Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, hat die junge Welt die 75er-Aktion. Schenken Sie sich, Ihren Lieben und der jW 75 Ausgaben für 75 Euro. Danach endet das Abo automatisch und muss nicht abbestellt werden.

Mehr aus: Ausland