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Aus: Ausgabe vom 13.11.2021, Seite 8 / Ansichten

Jüngstes Putin-Opfer des Tages: Großbritannien

Von Matthias István Köhler
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Brave Briten im Visier des russischen Präsidenten

Die Berichte über Berichte über russische Truppenbewegungen im Grenzgebiet zur Ukraine reißen nicht ab: Am Freitag äußerte sich die EU »besorgt« über die Berichte, über die man laut Berichten in Washington verfügt. In Zusammenarbeit mit Partnern wie den USA und Großbritannien sei man »bereit, gegebenenfalls weitere Schritte zu prüfen«, hieß es vom Auswärtigen Dienst der EU. Dass selbst Kiew (was wollen die überhaupt?) bereits in der vergangenen Woche die Berichte über »russische Truppenbewegungen« dementiert hatte, davon wollte sich niemand weiter stören lassen. Washington »warnte« Moskau am Donnerstag vor einem »schwerwiegenden Fehler« und verlangte »Aufklärung«.

Aber warum warten? Da die NATO derzeit ohnehin in der Gegend ist und im Schwarzen Meer vor der Haustür Russlands umfassende militärische Aktivitäten entfaltet, klärt man gleich eigenhändig auf. Die russischen Radare hatten deswegen in dieser Woche ziemlich viel zu tun. 37 ausländische Spähflugzeuge und 19 -drohnen wurden in der Nähe der Landesgrenze erfasst, wie die Zeitung des Verteidigungsministeriums in Moskau am Freitag berichtete. Zweimal mussten Kampfjets in Alarmbereitschaft versetzt werden, um ausländische Flugzeuge daran zu hindern, in den russischen Luftraum einzudringen.

Einmal verirrte sich beispielsweise – wohl auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen – ein britisches Spähflugzeug in die Nähe der russischen Grenze. Etwa 19 Meilen südwestlich vor der Halbinsel Krim wurde es von russischen Kampfjets umgeleitet. Was erlaubt man sich da in Moskau? Die Tageszeitung Daily Express meldete am Donnerstag online ganz empört: »Putins Kriegstreiberei trifft Großbritannien«. Ist das nicht ein traumhaft schöner Beginn für einen weiteren Bericht über Berichte über russische Truppenbewegungen?

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