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Aus: Ausgabe vom 13.11.2021, Seite 2 / Ausland
COP 26

Klimakonferenz geht zu Ende

Umweltverbände rügen Abschlusserklärung und warnen vor »Luftnummer«
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Proteste für mehr Klimaschutz am Freitag in Glasgow

Am offiziell letzten Tag der UN-Weltklimakonferenz in Glasgow haben die Regierenden noch mal verdeutlicht, dass sie an Lösungen für die Klimakrise kein Interesse haben. So wurde am Freitag ein neuer Entwurf für die Abschlusserklärung vorgestellt, in dem die Forderung nach einem beschleunigten Ausstieg aus der Kohleförderung und einem Ende der Subventionen für fossile Energieträger deutlich verwässert wurde. Die Umweltschutzorganisation WWF erklärte, der überarbeitete Entwurf bewege sich »in Schlüsselbereichen rückwärts«. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser warnte, ohne Nachschärfungen bei den Punkten fossile Energien und robuste Regeln für Kohlenstoffmärkte werde Glasgow »eine gefährliche Luftnummer«. Er forderte, nun müsse sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in der Schlussphase der Verhandlungen »reinhängen«, um das Treffen zu retten. Auch Klimaaktivisten wollten noch einmal Druck aufbauen: Auf den Straßen Glasgows demonstrierten unter anderem Tausende Anhänger von Fridays for ­Future. Sie kritisierten – teilweise als Politiker verkleidet – die Herrschenden als zündelnde Brandstifter.

In einer früheren Fassung der Abschlusserklärung war noch davon die Rede, dass alle Staaten den Ausstieg aus der Kohle und aus Subventionen für fossile Energieträger beschleunigen sollten. In der zum jW-Redaktionsschluss aktuellsten Fassung war lediglich von Kohlekraftwerken die Rede, deren ausgestoßenes Kohlendioxid nicht gebunden wird – also etwa durch Lagerung in geeigneten Gesteinsschichten. Kritiker dieser Technologie wenden ein, es sei unsicher, ob das Kohlendioxid über den angedachten Zeitraum von 10.000 Jahren eingeschlossen bleibt oder doch entweicht.

Bei den Subventionen heißt es nun einschränkend, lediglich »ineffiziente« Subventionen sollten gestrichen werden. Dazu sagte der Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig gegenüber dpa, damit stünde es quasi im Belieben der einzelnen Staaten, welche Förderungen gemeint sein sollen.

Am Ende der Weltklimakonferenz mit rund 40.000 Delegierten müssen die Vertreter der rund 200 Staaten den endgültigen Text der Erklärung einstimmig beschließen. Alle Konferenzen der vergangenen Jahre wurden ins Wochenende verlängert. (AFP/dpa/jW)

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