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Aus: Ausgabe vom 26.10.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Klimakrise: 1,5-Grad-Grenze von entscheidender Bedeutung

Die Hilfsorganisation CARE International (Cooperative for American Remittances to Europe) sieht vor dem Weltklimagipfel in Glasgow die BRD als historisch viertgrößten Verschmutzer in besonderer Verantwortung und teilte dazu am Montag mit:

Die Klimakrise bedroht 118 Millionen Menschen in Afrika. Der Kontinent erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt, und das hat Folgen: Alleine die Kosten für Klimaanpassung in Afrika werden in diesem Jahrzehnt auf 25 bis 43 Milliarden Euro geschätzt. Von den Auswirkungen am stärksten betroffen: Frauen und Mädchen. 80 Prozent der Menschen, die aufgrund von Extremwetterereignissen vertrieben werden, sind Frauen. Die Klimakrise hat die Menschheit bereits fest im Griff, dennoch unternehmen die größten Industrienationen der Welt, darunter auch Deutschland, die für den Großteil der Erderwärmung verantwortlich sind, deutlich zu wenig. Anlässlich der kommenden Weltklimakonferenz in Glasgow (COP 26) fordert die internationale Hilfsorganisation CARE daher:

– Die größten Industrienationen müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, die schon heute von der Klimakrise am stärksten betroffenen Länder finanziell zu unterstützen. Pro Jahr müssen bis 2025 mindestens 100 Milliarden Euro für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden (…).

– Die Vertragsparteien der Weltklimakonferenz müssen die Umsetzung des »Gender-Aktionsplans« beschleunigen, indem sie zum Beispiel Organisationen, die sich dezidiert für die Rechte von Frauen einsetzen, finanziell unterstützen.

– Die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens ist von entscheidender Bedeutung. Dies ist nur möglich, wenn fossile Brennstoffe nicht länger subventioniert (...) werden.

Mit Blick auf die derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen erklärt Sven Harmeling, klimapolitischer Leiter von CARE International: »Die Welt erwartet, dass die Regierungen die 1,5-Grad-Grenze des Paris-Abkommens nicht nur rhetorisch vor sich hertragen, sondern in konkrete Politik übersetzen. Deutschland, als größte Industrienation in Europa und der historisch viertgrößte Treibhausgasemittent, hat hier eine besondere Verantwortung.« (…)

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linken für den Berliner Senat mahnte der Flüchtlingsrat am Montag eine menschenwürdige Politik an:

Die Berliner Koalitionsvereinbarung der letzten Legislatur enthielt wichtige Vorhaben unter anderem im Bereich Legalisierung und Erteilung von Aufenthaltsrechten. In der Umsetzung blieb der scheidende Senat jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Über 10.000 Menschen leben in Berlin immer noch mit perspektivlosen Kettenduldungen, für viele wurde zudem ein Arbeitsverbot verfügt. Berlins Ausländerbehörde schiebt regelmäßig auch Kranke und Menschen mit Behinderung rücksichtslos ab, Familien werden getrennt, die Benachrichtigung Angehöriger und von Anwält:innen wird verhindert. Die Standards in den bezirklichen Obdachlosenunterkünften, in denen auch Tausende anerkannte Flüchtlinge leben, sind desaströs. Wirksame Strategien, um wohnungslosen und geflüchteten Menschen den Zugang zu Mietwohnungen zu ermöglichen, fehlen. Die Parteien müssen jetzt den Grundstein legen für einen echten Paradigmenwechsel.

Forderungskatalog: www.fluechtlingsrat-berlin.de/forderungen_2021

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