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Aus: Ausgabe vom 25.10.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
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Produktionsstopps und Verluste

Industrie leidet weltweit weiter unter der Chipkrise
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Es lief schon besser: Halbleiterelemente an Elektromotoren beim Zulieferer Continental in Nürnberg 2017

Die Versorgungsengpässe bei elektronischen Halbleitern und anderen wichtigen Bauteilen bremsen die Industrie weiter aus. Stark betroffen ist nach wie vor die Autobranche: Der Zulieferer Continental senkte deswegen am Freitag die Prognose für das Geschäftsjahr. Und beim französischen Autobauer Renault soll in diesem Jahr wegen der Chipkrise schätzungsweise eine halbe Million Fahrzeuge weniger als geplant vom Band rollen, wie der Konzern am Freitag mitgeteilt hatte. An Aufträgen fehlt es Renault nicht: Das Orderbuch sei Ende September so gefüllt gewesen wie seit 15 Jahren nicht.

Auch bei Mercedes-Benz stottert die Produktion: Wegen des Bauteilemangels soll es im Rastatter Werk Kurzarbeit geben, hatte die Zeitung Badische Neueste Nachrichten Ende vergangener Woche berichtet. Das Werk hat mehr als 6.000 Beschäftigte und eine führende Rolle im Daimler-Produktionsverbund für Kompaktfahrzeuge. Schon im Sommer hatte es in Rastatt und an mehreren anderen Standorten Produktionseinschränkungen gegeben, ebenso wie bei anderen Autoherstellern. Die Versorgungsprobleme machen sich auch in den Verkaufszahlen von Mercedes-Benz bemerkbar: Von Juli bis September 2021 lieferte das Unternehmen weltweit 428.361 Autos aus – über 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Als Hintergrund der Versorgungsengpässe gilt die coronabedingte Unterbrechung der Produktion von elektronischen Halbleitern in Asien. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach den Halbleitern – nicht nur von Autoherstellern, sondern auch aus anderen Branchen wie IT, Energie, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik.

Selbst Unternehmen der Halbleiterbranche wie Intel, die davon eigentlich profitieren müssten, haben Probleme. So verkaufte der Konzernriese im vergangenen Quartal im Jahresvergleich sogar weniger Chips für Notebooks, weil den Herstellern andere Bauteile fehlten, um die Geräte fertigzustellen. (dpa/jW)

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