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Aus: Ausgabe vom 14.10.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Aktive Verflachung

»Jaguar«, Serie, 6 Folgen | Netflix
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Falscher Film, gleiches Sujet: Nazis jagen, hier in »Inglourious Basterds« (2009)

Nazis jagen, Nazis töten – ein dankbares und spätestens seit Tarantinos »Inglourious Basterds« erprobtes Filmsujet, das Wonne bereiten kann. Die Ende September veröffentlichte Netflix-Serie »Jaguar« versammelt die Faschistenjäger, allesamt ehemalige Lagerinsassen im KZ Dachau, im Franco-Spanien des Jahres 1962. Im Visier steht der misstrauische Oberschurke eines ganzen Netzwerks von Kriegsverbrechern, das Komplizen helfen soll, auf die Iberische Halbinsel zu fliehen. Stoff und Thema sind gut gewählt, allein Form und Durchführung bleiben unentschieden. Das Spanien jener Tage, filmgeschichtlich selten behandelt, wird kaum ausgeleuchtet, die Requisite bleibt der bespielten Zeit auffällig gleichgültig. Nach einer gelungenen Exposition nimmt die Handlung immer mehr Züge einer Actionserie der 80er Jahre an: »Hart aber herzlich«, »Magnum«, »Trio mit vier Fäusten« oder so. Das ist bedauerlich. Dann besser das »Nazijäger«-Original aus der DDR anschauen: »Das unsichtbare Visier« mit Armin Mueller-Stahl. (brat)

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