Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Gegründet 1947 Freitag, 22. Oktober 2021, Nr. 246
Die junge Welt wird von 2589 GenossInnen herausgegeben
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder > Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Aus: Ausgabe vom 14.10.2021, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Gaskrise EU

Russland liefert

Putin zu Gaskrise in EU: Moskau kommt vertraglichen Verpflichtungen mehr als nach
imago0091684567h.jpg
»Sie werden in die Irre geführt«: Arbeiten im Oblast Leningrad an der Pipeline Nord Stream 2 im Juni 2019

Inmitten der Gaskrise in der EU hat Russlands Präsident Wladimir Putin darauf hingewiesen, Moskau erfülle seine Verpflichtungen in bezug auf Lieferungen vollständig und einwandfrei. Das sagte Putin laut der russischen Nachrichtenagentur TASS am Mittwoch auf einer Plenarsitzung der Russischen Energiewoche in Moskau. Der Staatschef fügte hinzu, dass die Exporte des Landes auf den Weltmarkt bis Ende 2021 Rekordmengen erreichen könnten.

»Stabilität und Berechenbarkeit sind für jeden Markt wichtig. Russland kommt seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber seinen Partnern, auch in Europa, in vollem Umfang nach und bietet garantierte, ununterbrochene Gaslieferungen«, so der Präsident. Man sei darüber hinaus bereit, »über zusätzliche Maßnahmen zu reden«, sagte er.

Schon jetzt habe Russland seine Lieferungen an Europa um 15 Prozent erhöht. Die Vorwürfe, dass angeblich kein Gas über Pipelines transportiert werde, seien völlig unbegründet, so Putin: »Sie werden in die Irre geführt.« Dass Moskau seine Energiewirtschaft als Waffe einsetze, sei »politisch aufgeladenes Geschwätz«, so der Staatschef. Die russischen Unternehmen seien selbst in schwierigen Winter- und Herbstmonaten den Forderungen nachgekommen.

Das gelte auch für den Gastransit über die Ukraine. Auch hier lägen die Lieferungen zehn Prozent höher als vertraglich vorgesehen. Allerdings dürfe die Menge wegen der veralteten Leitungen nicht weiter erhöht werden, ansonsten würden sie »einfach platzen. Europa wird dann ohne diese Route dastehen«, mahnte der Präsident. Das wolle jedoch niemand hören. »Jeder will nur Russland etwas vorwerfen«, konstatierte Putin abschließend.

Mit Blick auf die Gaspipeline Nord Stream 2 wies er darauf hin, dass die »administrativen Barrieren« für eine Inbetriebnahme in Europa noch nicht überwunden seien. »Die deutsche Regulierungsbehörde muss die entsprechende Entscheidung treffen«, sagte Putin, »sie haben sie noch nicht getroffen.« (jW)

Teste die beste linke, überregionale Tageszeitung. Jetzt an deinem Kiosk!

Die Tageszeitung junge Welt beschreibt in ihrer Berichterstattung die Ausbeutungs- und Machtverhältnisse klar und deutlich. Für alle, die sie verstehen wollen, lohnt sich der Gang zum Kiosk und ein Blick in die  junge Welt!

Mehr aus: Kapital & Arbeit