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Aus: Ausgabe vom 24.09.2021, Seite 8 / Ansichten

Bild-Gasanstaltsfrau des Tages: Annalena Baerbock

Von Arnold Schölzel
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Ob sie wohl Kanzlerin wird? Sonntag abend weiß man mehr ...

Den Umfragewert der Grünen hat die Kanzlerkandidatin erfolgreich halbiert (und damit die Aussichten ihrer politischen Leibgarde auf Pöstchen und Diäten), aber ihr Werk ist unvollendet. Bild hilft. Im Zentralorgan für »Querdenker« und andere Fans von Wahn und Waffen forderte Annalena Baerbock Ende Mai das sofortige Ende der Gasleitung »Nord Stream 2«. Fürs US-Frackinggas als Alternative hatte sie sich schon gemeinsam mit Donald Trump eingesetzt. Als die Pipeline im August dennoch fast fertig war, titelte Bild: »Lässt Putin uns im Winter frieren?« Millionen Deutsche seien von Kälte bedroht, »weil Russlands Machthaber« sein Erdgas »als Waffe gegen uns« einsetze. Am Mittwoch meldete das Fachblatt für Körperflüssigkeiten und Frauenemanzipation im Menschenfleischgewerbe auf Seite eins Vollzug: »Teuerster Heizwinter aller Zeiten. Weil Putin Gaslieferung kürzt.« Flugs bekräftigte das Frauen­vorkämpferin Baerbock und ließ sich am Donnerstag vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitieren: »Das Putin-Regime will politischen Druck aufbauen«, sowie: »Die Leidtragenden sind die Kunden in Deutschland, deren Gaspreise steigen werden oder die im Extremfall sogar im Kalten sitzen müssen.« Und: »Deutschland ist nun in der Erpressungssituation, vor der ausgiebig gewarnt wurde.«

Pech für die mit Bild in PR-Symbiose Lebende: 40 Minuten bevor RND ihre Räuberpistolen ins Internet stellte, hatte im ZDF Gaslobbyist Timm Kehler verkündet: Grund für hohe Gaspreise seien allein »die gewachsenen Nachfragen, die wir in Asien erleben«. Die Lieferung des russischen Konzerns Gasprom habe in diesem Jahr nach Europa »40 Prozent über dem Niveau« des Vorjahres gelegen, von künstlicher Verknappung könne »keine Rede« sein.

Baerbock und Bild leiden am selben Wahn. Beste Voraussetzung für grüne Außenpolitik.

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