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Aus: Ausgabe vom 24.09.2021, Seite 6 / Ausland
Imperialer Zwist

Biden geht auf Macron zu

U-Boot-Streit: Washington sichert Paris Unterstützung zu. Treffen vereinbart
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Macron (l.) und Biden beim G7-Gipfel in Carbis Bay in England (12.6.2021)

US-Präsident Joseph Biden und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron haben sich im U-Boot-Streit um eine Wiederannäherung bemüht. Die beiden Staatschefs vereinbarten am Mittwoch in einem Telefonat »vertiefte Konsultationen« zwischen ihren Regierungen, wie das Weiße Haus und der Élysée-Palast in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Unterdessen sprachen laut US-Angaben die Außenminister der beiden Länder am Rande der UN-Generalversammlung persönlich miteinander.

In der Erklärung der beiden Regierungen hieß es, durch die Gespräche sollten »die Bedingungen geschaffen werden, um Vertrauen sicherzustellen«, außerdem sollten »konkrete Maßnahmen hin zu gemeinsamen Zielen« vorgeschlagen werden. Der zurückgerufene französische Botschafter in den USA, Philippe Étienne, soll kommende Woche nach Washington zurückkehren. Biden und Macron wollen sich Ende Oktober in Europa persönlich treffen. Dann findet zunächst in der italienischen Hauptstadt Rom der G20-Gipfel statt, bevor im schottischen Glasgow die Klimakonferenz COP 26 beginnt.

Die USA, Großbritannien und Australien hatten vergangene Woche den indopazifischen Militärpakt AUKUS angekündigt, der sich vor allem gegen die Volksrepublik China richtet. Anstelle von zwölf Diesel-U-Booten aus Frankreich ordert Canberra nun atombetriebene U-Boote aus den USA. Der französischen Rüstungsindustrie entgeht so ein Milliardengeschäft. Am Mittwoch kündigte der Chef des französischen U-Boot-Bauers Naval Group, Pierre Éric Pommellet, in der französischen Zeitung Le Figaro an, Australien »in einigen Wochen« eine Rechnung für den geplatzten Deal zu schicken.

Am Mittwoch äußerte sich US-Präsident Biden auch zustimmend zu Rufen nach einem stärkeren »europäischen Verteidigungssystem«, »das positiv zur transatlantischen und globalen Sicherheit beiträgt und die NATO ergänzt«. Er kündigte zudem an, die USA würden ihre Unterstützung für »Antiterroreinsätze« europäischer Staaten in der Sahelzone ausweiten. Einzelheiten wurden dazu in der gemeinsamen Erklärung nicht genannt.

In dem Streit hatte sich die EU hinter Frankreich gestellt. Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Behandlung Frankreichs als »nicht akzeptabel« bezeichnete, warf EU-Ratspräsident Charles Michel den USA einen »klaren Mangel an Transparenz und Loyalität« vor. (AFP/jW)

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