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Aus: Ausgabe vom 21.09.2021, Seite 3 / Schwerpunkt
Kriegsbündnis

Militärpakt zwischen USA, Britannien und Australien: AUKUS hat Tradition

Von Jörg Kronauer
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»Pivot to Asia«: Australiens Premier Malcolm Turnbull und der frühere US-Präsident Barack Obama 2016

Die Militärkooperation zwischen den Vereinigten Staaten und Australien ist eng und reicht viele Jahrzehnte zurück. Formalisiert ist sie schon lange im ANZUS-Pakt (Australien, Neuseeland, USA), der 1952 in Kraft getreten ist. Strategisch gezielt auf China ausgerichtet wird die Kooperation, seit US-Präsident Barack Obama im November 2011 bei einem Besuch in Australien ankündigte, künftig würden US-Marines rotierend in Darwin, dem nördlichsten, China am nächsten gelegenen Militärstützpunkt des Landes, stationiert. Man wolle mit 250 Soldaten beginnen, die gemeinsam mit australischen Einheiten trainieren sollte, langfristig werde die Aufstockung auf bis zu 2.500 Marines angestrebt. Zudem würden die Luftstreitkräfte beider Länder ihre Kooperation intensivieren. Die Ankündigung war die militärische Hauptkomponente des Obamaschen »Pivot to Asia«.

Der AUKUS-Pakt bringt nun die nächste Ausweitung der Militärkooperation. Schon im Juni – da waren die Pläne für das Abkommen noch unbekannt – berichtete Australiens öffentlich-rechtlicher Sender ABC, es werde über eine Aufstockung der rotierenden US-Einheiten in Darwin über die bisherige Obergrenze von 2.500 Soldaten hinaus verhandelt. Außerdem sei der Aufbau einer gemischten Trainingsbrigade aus US-Marines und australischen Militärs im Gespräch. Australiens Verteidigungsminister Peter Dutton warb ergänzend für die Stationierung von US-Kriegsschiffen auf der Marinebasis HMAS Sterling nahe Perth im Westen Australiens. Die Zuspitzung des Machtkampfs gegen China mache das erforderlich, hieß es.

Inzwischen schreitet die Debatte weiter voran. Demnach ist geplant, nicht nur erheblich mehr US-Truppen und -Kriegsschiffe, sondern auch -Militärflugzeuge, darunter Kampfjets, fest in Australien zu stationieren. Laut Verteidigungsminister Dutton schließt das ausdrücklich feste US-Armeestützpunkte sowie militärische Material-, Waffen- und Munitionslager ein. Australien wird damit faktisch zum zentralen Ausgangspunkt der US-Streitkräfte für Operationen gegen China von Süden her. Dazu passt, dass ein Experte des Australian Strategic Policy Institute (ASPI) berichtete, es gehe offenbar darum, eine »Kampfpräsenz« im Norden Australiens aufzubauen, die »am oberen Ende« des Spektrums angesiedelt sei und »einige der am stärksten geheimgehaltenen US-Fähigkeiten« umfassen solle.

Kleiner Schönheitsfehler: Der Hafen in Darwin, der als Umschlagplatz für zumindest Teile der militärischen Ausrüstung benötigt wird, ist 2015 auf 99 Jahre von dem Konzern Landbridge geleast worden – und der kommt aus China. Weil Washington nicht bereit ist, für die Transporte einen in chinesischem Besitz befindlichen Hafen zu nutzen, steht womöglich der Rauswurf von Landbridge bevor.

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