Zum Inhalt der Seite
Theater

Alfonso Sastre gestorben

Der spanische Dramatiker und probaskische Aktivist Alfonso Sastre ist tot. Er starb im Alter von 95 Jahren. Das teilte die lokale baskische Partei Abotsanitz, mit der Sastre in den letzten Jahren zusammengearbeitet hatte, am Freitag auf Twitter mit. Am 20. Februar 1926 in Madrid geboren, beteiligte er sich früh am Kampf gegen das Franco-Regime. Schon 1945 zählte er zu den Mitbegründern der Gruppe »Arte Nuevo«, die sich für ein antibürgerliches Theater einsetzte. Die Uraufführung seines Stücks »Escuadra hacia la muerte« (Todesschwadron) wurde 1953 zu einem Erfolg, die Inszenierung wegen ihres kritischen Inhalts aber umgehend abgesetzt. Die faschistische Zensur verbot auch viele seiner nächsten Stücke. Sastre propagierte ein realistisches und radikales »Theater der sozialen Agitation«, worüber er sich große Kontroversen lieferte, etwa mit Antonio Buero Vallejo. 1955 heiratete er die Ärztin, Schriftstellerin und Aktivistin Eva Forest, welche 1974 bis 1977 wegen eines Interviews mit Angehörigen des ETA-Kommandos, das den designierten Franco-Nachfolger Carrero Blanco ermordet hatte, inhaftiert und gefoltert wurde. Selbst jahrelang polizeilich überwacht und mehrfach inhaftiert, wich Sastre 1975 zeitweise nach Frankreich aus, bevor er sich nach der Freilassung seiner Frau mit ihr im baskischen Hondarribia niederließ. Gemeinsam engagierten sich stark für die baskische Linke, Forest verstarb 2007. 1993 erhielt Sastre den spanischen Nationalpreis für Literatur. Neben zahlreichen Theaterstücken verfasste er Essays, Prosa und Lyrik. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2021, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!