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Aus: Ausgabe vom 17.09.2021, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Arbeitskampf

GDL und Bahn erzielen Tarifeinigung

Lohnerhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent und Coronaprämien beschlossen
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»Gordischer Knoten gelöst«: Martin Seiler (2. v. r.) gratuliert Claus Weselsky

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Lokführergewerkschaft GDL gibt es eine Einigung. Beide Seiten haben sich auf Lohnerhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent für die Beschäftigten verständigt. Zum 1. Dezember 2021 steigen die Gehälter zunächst um 1,5 Prozent, dann am 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent, wie DB und GDL in einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilten. Am 1. Dezember erhalten die Beschäftigten außerdem je nach Lohngruppe eine Coronaprämie von bis zu 600 Euro. Am 1. März 2022 soll eine weitere Coronaprämie von einheitlich 400 Euro fließen. »Der gordische Knoten ist gelöst«, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Er erklärte, dass die Bahn das Ergebnis nun auf Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) übertragen werde.

GDL-Chef Claus Weselsky sprach nach drei Streiks von einem »guten Kompromiss«. Während der Präsentation der Ergebnisse hob er dabei vor allem die Einigung beim Thema Rente hervor. »Die Betriebsrente ist sicher«, sagte er. Denn die erzielte Übereinkunft sehe vor, dass der Zusatzversorgungstarifvertrag wieder in Kraft gesetzt werde. Wer bis 31. Dezember 2021 bei der DB eingestellt wird, werde also »garantiert ein Arbeitsleben lang« eine Betriebsrente erhalten. Für Beschäftigte, die ab 2022 bei der Bahn anfangen, zahlt der Arbeitgeber 3,3 Prozent des Gehalts in einen Pensionsfonds, diese Gruppe »kommt so auch in den Genuss einer vernünftigen Betriebsrente«, so Weselsky.

Erstmals schließt die GDL sowohl Tarifverträge für das Zugpersonal als auch für Beschäftigte in Werkstätten und in der Verwaltung ab, jedoch nicht für die in der Infrastruktur. Geeinigt haben sich beide Seiten demnach auch auf ein Verfahren, mit dem festgestellt wird, welche Gewerkschaft in den jeweiligen Bahnbetrieben die Mehrheit hat. Davon hängt nach dem Tarifeinheitsgesetz ab, welcher Tarifvertrag angewandt wird. Die GDL hat in 16 der rund 300 Bahn-Betriebe die Mehrheit, in 71 Betrieben muss das noch festgestellt werden. (AFP/dpa/jW)

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