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Aus: Ausgabe vom 15.09.2021, Seite 2 / Kapital & Arbeit
Immobilienblase

Evergrande steht vor der Pleite

Chinesischer Immobilienriese hat 260 Milliarden Euro Schulden angehäuft
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Dutzende Menschen versammelten sich am Dienstag vor dem Sitz des Konzerns in Shenzhen und forderten ihr Geld zurück

In China wächst die Angst vor einer Pleite des Immobilienriesen Evergrande. Dutzende Menschen versammelten sich am Dienstag vor dem Sitz des Konzerns in Shenzhen und forderten ihr Geld, wie AFP berichtete. Evergrande hatte am Montag noch versichert, der Konzern werde nicht bankrott gehen – am Dienstag warnte das Unternehmen dann aber vor Zahlungsausfällen.

Evergrande hat in Jahren aggressiver Expansion Schulden in Höhe von umgerechnet mehr als 260 Milliarden Euro angehäuft. Der Konzern ist in mehr als 280 chinesischen Städten präsent und eines der größten Privatunternehmen in der Volksrepublik. Ende Juni lag der Bestand an Wohnungen im Bau nach Angaben der Beratungsfirma Capital Economics bei 1,4 Millionen, ihr Wert bei umgerechnet 170 Milliarden Euro.

Immer mehr Kunden fürchten nun, dass die im voraus bezahlten Wohnungen niemals gebaut werden. Lieferanten und Subunternehmen haben sich bereits wegen Zahlungsausfällen beschwert; auf Baustellen ruhen die Arbeiten. Der Kurs an der Börse von Hongkong fiel seit Beginn des Jahres um fast 80 Prozent.

Der Konzern räumte am Dienstag in einer Mitteilung an die Börse in Hongkong ein, er stehe unter »enormem Druck«. Evergrande habe Finanzberater eingestellt, die »alle machbaren Lösungen« prüfen sollten, um den Schuldenberg abzutragen. Es gebe aber keine Garantie, dass man allen finanziellen Verpflichtungen nachkommen können werde, warnte das Unternehmen. Es machte die negative Berichterstattung verantwortlich für die aktuelle Schieflage. Die Berichte hätten potentielle Käufer abgeschreckt. Gerade der September sei der Monat, in dem Immobilienverkäufer die besten Geschäfte machten.

Evergrande ist nicht nur in der Immobilienbranche tätig: 2019 gründete der Konzern den Elektroautohersteller Evergrande Auto, der bis heute allerdings kein einziges Fahrzeug verkauft hat. Auch in die Sektoren Tourismus, Internet, Digitalwirtschaft, Versicherungen und Freizeitparks investierte das Unternehmen. Zudem gehört ihm der Fußballklub Guangzhou FC. Ein Bankrott hätte enorme Auswirkungen auf die chinesische Volkswirtschaft. (AFP/jW)

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