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Aus: Ausgabe vom 14.09.2021, Seite 8 / Ansichten

Showbusiness des Tages: Champions League

Von Arnold Schölzel
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Auch die Abweichler sind wieder dabei bei der guten alten Champions League (Auslosung in Istanbul, 26.8.2021)

Angeblich geht in Fußball­europa ein Gespenst um: die Super League. Im Frühjahr drohten zwölf Spitzenvereine, nicht mehr in der Champions League der Union Europäischer Fußballvereinigungen (UEFA) zu kicken, sondern nur noch zur Füllung der eigenen, zumeist tief im Minus stehenden Konten spielen zu wollen. Vor allem die Empörung britischer Fußballfans zwang neun Vereine zum Rückzug, drei behaupten, sie blieben dabei: Juventus Turin, FC Barcelona und Real Madrid. Es geht um große Beträge. Selbst in der Pandemiesaison 2019/2020 erwirtschaftete die Champions League 2,4 Milliarden Euro. An die Stelle von Gemüsehändlern oder Kneipenwirten, die in der deutschen Fußballbundesliga einst Vereine lenkten, sind in Europa arabische Ölscheichs, russische Oligarchen oder US-Investmentbankster, also das organisierte Verbrechen, getreten. Die Zeiten, als zum Beispiel in der Ukraine mit Sprengstoff ein Vereinsbesitzer in die Luft gejagt wurde, scheinen vorbei. Heute herrscht Zivilisation, das heißt Kaufen und Verkaufen von Spielern. Allein in Großbritannien wurde gerade etwa eine Milliarde Euro ausgegeben. Insofern ist das Ziel der Super-League-Finanzidee erreicht.

Kein Wunder also, dass die drei angeblichen Separatisten beim Saisonstart der Champions League am heutigen Dienstag dabei sind. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin verpasste ihnen deswegen per Spiegel eine verbale Blutgrätsche: »Diese Typen haben versucht, den Fußball zu töten.« Er finde es »lustig, dass sie gehen wollen und sich gleichzeitig für die neue Saison angemeldet haben«. Der Slowene kündigte eine enorm hohe Steuer für maßlose Klubs an. Die Revierkämpfe um den Kickprofit dürften damit eröffnet sein. Ceferin beteuert etwas auffällig, er und die UEFA hätten nichts mit Drogenhandel zu tun. Auf die Waffenwahl der Saison darf das Publikum gespannt sein.

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