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Aus: Ausgabe vom 14.09.2021, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Demokratischer Rat Syriens

Der Demokratische Rat Syriens (DRS, Kurdisch: Meclisa Suriya Demokratik) ist der politische Arm der Syrischen Demokratischen Kräfte in der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien (AANES, Kurdisch: Rojava). Im folgenden dokumentiert junge Welt, redaktionell bearbeitet, die eigene Darstellung des DRS.

Der Demokratische Rat Syriens ist ein Zusammenschluss multiethnischer politischer Parteien, Verbände, zivilgesellschaftlicher Organisationen und lokaler Aktivisten in Syrien, die sich für Demokratie, Religionsfreiheit, individuelle Rechte und die Stärkung der Rolle der Frau im Land einsetzen. Der DRS wurde 2015 als eine führende Koalition in Syrien gegründet.

Der Rat strebt eine Dezentralisierung in Nord- und Ostsyrien und die Ermächtigung der lokalen Behörden und Gemeinschaften in der Region an. Er ist auch der Ansicht, dass die Dezentralisierung ein Modell für andere Teile Syriens sein sollte, verankert in einer neuen nationalen Verfassung, und unterstützt voll und ganz eine politische Lösung in Syrien, die Frieden und Sicherheit für seine Bürger und Einwohner bringt.

Es wurde eine Regierungsstruktur eingeführt, die den wahren Geist der Demokratie oder der Herrschaft des Volkes verkörpert. Sieben lokale Verwaltungen oder Räte, die in Städten und Dörfern in Nord- und Ostsyrien tätig sind, übernehmen Verwaltungsfunktionen und die öffentlichen Dienste der Region, darunter Gesundheit, Bildung, Wohnungsbau sowie soziale und wirtschaftliche Integration. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) sorgen in Nord- und Ostsyrien für die öffentliche Sicherheit und sind sowohl der AANES als auch den lokalen Räten, die die Bürger der Region vertreten, rechenschaftspflichtig.

Seit seiner Gründung setzt sich der Rat für den Schutz der ethnischen und religiösen Freiheiten und der Vielfalt in Nord- und Ostsyrien ein. In der Region leben Araber, Kurden, Turkmenen, Armenier und Tscherkessen sowie syrische, assyrische und chaldäische Christen. Die Verfassung der AANES schreibt vor, dass jedes politische Amt in der Regionalregierung, in den Gemeinderäten und in den Dörfern von zwei Personen mit verschiedenen kulturellen und/oder religiösen Hintergründen besetzt werden muss. Die Verfassung garantiert den Minderheiten volle Rechte und schützt sie vor Verfolgung. In der von der AANES verwalteten Region gibt es eine größere religiöse Vielfalt als irgendwo sonst im Nahen Osten.

Die vollständige Gleichstellung der Geschlechter ist ein zentraler Grundsatz des Rates, und rund die Hälfte aller DRS- und AANES-Regierungspositionen ist mit Frauen besetzt. Die weiblichen Militäreinheiten der SDK (Frauenverteidigungseinheiten, bekannt als YPJ) spielten eine entscheidende Rolle beim Sieg über den »Islamischen Staat«. (si)

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