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Aus: Ausgabe vom 13.09.2021, Seite 2 / Inland
Soziale Frage

Tausende Mieter auf der Straße

Berlin: Demonstration für bezahlbaren Wohnraum und gegen Verdrängung
Von David Maiwald
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Die Mietendemo auf der Berliner Straße Unter den Linden (11.9.2021)

In Berlin haben am Sonnabend Tausende Menschen für das Recht auf bezahlbares Wohnen demonstriert. Bei der Auftaktkundgebung der »Mietendemo21« gab Karlheinz Paskuda vom »Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn« die Richtung vor: »Gegen die Gier der Immobilienhaie, gegen die Verdrängung aus unseren Wohnungen, für einen bundesweiten Mietendeckel, für die bundesweite Enteignung der Konzerne«, rief er der Menge zu. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich bis zu 20.000 Menschen an dem Protest, die Polizei sprach von etwa 7.000.

Am Rande der Demonstration drückte der 63jährige Bernd Hendricks exemplarisch für viele andere seine Unterstützung für das Volksbegehren »Deutsche Wohnen und Co. enteignen« aus. Gegenüber junge Welt verwies er darauf, dass die Initiative die »Frage nach kapitalistischem Eigentum stellt«. Parallel zur Bundestagswahl und der Wahl zum Abgeordnetenhaus können die Berliner am 26. September über die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne entscheiden.

Hinter dem Fronttransparent mit der Aufschrift »Wohnen für alle!« hatte sich am Sonnabend neben dem Aktionsbündnis die Zubringerdemonstration »Interkiezionale« eingereiht. »Jugend braucht Raum«, hieß es auf einem großen Plakat, das den Erhalt des von Räumung bedrohten, selbstverwalteten Jugendzentrums »Potse« forderte. Dahinter hatten sich Menschen mit Fahnen des Deutschen Mieterbundes (DMB) eingereiht. »Hopp, hopp, hopp – Mietenstopp«, skandieren die unter anderem aus Hamburg und München angereisten DMB-Mitglieder. Am Ende des Demonstrationszugs liefen auch Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und SPD mit, die sich zwei Wochen vor der Bundestagswahl noch einmal mieterfreundlich geben wollten.

Im Wahlkampf spiele die Forderung nach einem Ende der Immobilienspekulation kaum eine Rolle, kritisierte Kim Meyer vom Aktionsbündnis am Rande der Abschlusskundgebung gegenüber jW. Daher sei es besonders »großartig«, dass durch die bundesweite Mobilisierung zur Demo auch viele Menschen von außerhalb den Weg nach Berlin auf sich genommen hätten. Und Leonard Haas von der Enteignungsinitiative zeigte sich gegenüber jW optimistisch: Ein erfolgreicher Ausgang des Volksentscheids könne der Startpunkt für eine bundesweite Bewegung von Mieterinnen und Mietern sein.

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