3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. September 2021, Nr. 223
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 04.09.2021, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Abseits der Metropolen

»Jeder Stolperstein ist ein Pflock gegen den Faschismus«

Über Antifaschismus im ländlichen Raum, Herausforderungen und lokale Erinnerungsarbeit. Ein Gespräch mit Monika Engelhardt-Behringer und Dieter Behringer
Interview: Markus Bernhardt
imago0095455616h Kopie.jpg
Der Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung eines Stolpersteins

Bereits seit Jahrzehnten leben Sie beide im baden-württembergischen Ettlingen in der Nähe von Karlsruhe und engagieren sich dort für linke Politik sowie gegen Rassismus und Nazis. Sind Sie mit Ihren Positionen in Ihrer Stadt, die knapp 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählt, nicht politisch isoliert?

Dieter Behringer: Um unser Engagement einmal zu umreißen: Unser Schwerpunkt ist die Arbeit im »Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis«. Damit sind wir auch Mitglied im Karlsruher Netzwerk gegen rechts und arbeiten mit dem Antifaschistischen Aktionsbündnis Karlsruhe zusammen. Darüber hinaus sind wir gewerkschaftlich aktiv im Kreisverband Karlsruhe – Land und Ortsverband Ettlingen des DGB.

Monika Engelhardt-Behringer: Nicht zu vergessen: Wir singen in der Songgruppe »Rotkrakehlchen« und unterstützen die junge Welt mit der Leserinnen- und Leserinitiative Karlsruhe. Parteipolitisch gehören wir der Partei Die Linke an. Auch die Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und der Seebrücke in Karlsruhe ist uns wichtig.

D. B.: In unserer Stadt sind wir in allen unseren Organisationen nicht gerade viele, und es ist sehr schwierig, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden. Daher brauchen wir die gute Zusammenarbeit und gegebenenfalls Unterstützung aus der Nachbarstadt Karlsruhe.

M. E.-B.: Wir sind in Ettlingen aber nicht isoliert. Da wir schon sehr lange hier leben, kennt man uns. Auch aus anderen Zusammenhängen wie Schule, Kindergarten, Sportverein, Alltagsleben. Uns persönlich entgegengebrachte politische Ablehnung gibt es kaum. Man kann eher sagen, das Interesse an unseren Themen ist schwach ausgeprägt.

Schon im Jahr 2005 gründeten Sie mit anderen Weggefährten das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis. Erinnern Sie sich noch, wie die Stadt darauf reagierte? Wurde Ihr Engagement begrüßt, oder galten Sie als eine Art Nestbeschmutzer?

D. B.: Am 67. Jahrestag der Pogromnacht von 1938 gründeten wir das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis. Vertreterinnen und Vertreter von Ettlinger Organisationen und interessierte Einzelpersonen bekundeten so, dass in Ettlingen der Zusammenschluss von Gewerkschaften, Parteien, Vereinen, kirchlichen und sozialen Gruppen nötig sei, um neonazistischen Aktionen wirkungsvoll entgegentreten zu können. Die Aufklärung Jugendlicher über Faschismus sah das Bündnis als wichtigstes Aufgabengebiet.

M. E.-B.: Vorausgegangen war ein Rechtsrockkonzert, organisiert von der »Karlsbader Kameradschaft«. Außerdem kam es zu Übergriffen auf vermeintlich linke Jugendliche.

Daraufhin wollte die Antifa Karlsruhe unter dem Motto »Tour de Kaff« im Jugendzentrum in Ettlingen eine Infoveranstaltung mit Streetball-Contest und Hip-Hop-Konzert veranstalten. Weil Nazis die Veranstaltung stören wollten, wurde sie von der Jugendhausleitung untersagt. Die Stadtverwaltung verlangte das Verbot, Polizei und Staatsschutz setzten ihr Potential ein, um den Aufbau antifaschistischer Strukturen zu verhindern. Den vor das Jugendzentrum verlegten Protest versuchten Nazis zu stören. Sie drohten, das Zentrum regelmäßig heimzusuchen. Wir waren der Meinung, dass es vor allem darum ginge, Zivilcourage zu zeigen, junge Menschen vor Naziattacken zu schützen und offensiv gegen Faschismus einzustehen.

D. B.: Nachdem bei unseren antifaschistischen Veranstaltungen im Jugendzentrum das Haus beschmiert wurde und Nazis aufmarschierten, untersagten uns Stadt und Polizei weitere Veranstaltungen dort. Es hieß: »Wenn ihr nicht da seid, lassen uns die anderen in Ruhe«.

Nach diesen Repressionen verkleinerte sich schon der Kreis unserer Bündnismitglieder, da einige nicht mit »schwarzem Block« und »gewaltbereiter Antifa« in Verbindung gebracht werden wollten.

Nun gilt der ländliche Raum ja tatsächlich gemeinhin als überdurchschnittlich konservativ. Vor welche Herausforderungen stellt Sie das in Ihrem alltäglichen Engagement?

M. E.-B.: Ettlingen ist sehr konservativ geprägt. Wir versuchen deshalb, die Bürgerinnen und Bürger auch über die Erinnerungsarbeit anzusprechen. Seit 2010 organisieren wir die Verlegung von Stolpersteinen. Dazu haben wir 2018 die Broschüre »Stolpersteine in Ettlingen« herausgegeben und alle Ettlinger Schulen mit kostenlosen Klassensätzen davon ausgestattet.

D. B.: Um Ettlingen zum »sicheren Hafen« zu machen, haben wir die Kirchen mit ins Boot geholt. Leider verhalf uns auch das bisher nicht zum Erfolg. Der notwendige Beschluss des Gemeinderats scheiterte am OB, der Ablehnung der CDU, FDP, der von Teilen der Freien Wähler und an der Mutlosigkeit von Grünen und SPD. Aber immerhin gab es zum ersten Mal eine gemeinsame Erklärung mit Ettlinger Pfarrern.

Ist es nicht auch ein Problem, dass in ländlichen Regionen jeder jeden kennt und man so auch schneller zum Angriffsziel von Neonazis werden kann als in der Anonymität der Großstadt?

D. B.: Das haben wir schon selbst erfahren müssen.

Was ist Ihnen passiert?

M. E.-B.: Besuche bei uns von kräftigen Neonazis, um uns zu zeigen: »Wir wissen, wo ihr wohnt!«, Buttersäure im Auto. Frei erfundene Anzeigen von Neonazis gegen Familienmitglieder wegen angeblicher schwerer Körperverletzung. Verleumdung unserer Familie im Netz. Alles Dinge, die einem schon zu schaffen machen.

Haben Sie Unterstützung der Stadt und der Polizei erhalten, die sich ja nicht selten schwer tun, bestehende rechte Strukturen entsprechend ins Visier zu nehmen?

M. E.-B.: Im Falle der Anzeigen wurde den Neonazis von der Polizei mehr Glauben geschenkt als uns. Vor Gericht konnte das aber geklärt werden. Freispruch war die Folge.

D. B.: Bei von uns angemeldeten Kundgebungen gegen geplante Naziaufmärsche wurde einmal von der Stadt versucht, uns einen Versammlungsort weit weg von den Nazis zuzuweisen, ein anderes Mal lud die Oberbürgermeisterin zur Gründung einer »Demokratischen Allianz« ein, um durch die »Gründung eines breiten Bündnisses aller demokratischen Kräfte ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zu setzen«. Sie muss wohl vergessen haben, dass es bereits ein breites Bündnis in unserer Stadt gab. Eine Konkurrenz erwuchs uns nicht. Einen neuen Zusammenschluss konnte die Oberbürgermeisterin nicht gründen. Außer der Polizei und unserem stark vertretenen Bündnis hatte kaum jemand den Weg zur Stadthalle gefunden.

Der Gemeinderat, nun unter Zeitdruck geraten, verabschiedete eine »Gemeinsame Erklärung der Ettlinger Gemeinderäte«. Trotz eines weltoffenen Ettlingens als Ziel konnte diese Resolution nicht auf eine Gleichsetzung von rechts und links verzichten.

M. E.-B.: Ein Redakteur der örtlichen Tageszeitung fragte einmal: »Wird Ettlingen zu einem Tummelplatz für Gestalten aus der rechtsextremistischen Szene, oder schaukeln sich Links- und Rechtsaußen im gegenseitigen Interesse mit Aktionismus hier örtlich hoch?«

Wie gehen Stadtverwaltung und Ordnungskräfte ansonsten mit den Aktivitäten von Neonazis, Rassisten oder etwa dem Erstarken der AfD um?

D. B.: Als im Frühjahr 2020 die AfD einen »Bürgerempfang« mit landespolitischer Prominenz in der Stadthalle angemeldet hatte, lud der jetzige Oberbürgermeister Kirchen, Parteien, Vereine und sogar unser Bündnis zur Vorbereitung einer Kundgebung weit entfernt vom Veranstaltungsort ein. Eine Mehrheit fand er für sein Vorhaben nicht. Die meisten Beteiligten wollten nur Infostände am Marktplatz machen. Coronabedingt fiel die AfD-Veranstaltung aus. Beim Nachholtermin im September war vom Oberbürgermeister nichts mehr von Protest zu hören.

M. E.-B.: Außerdem halten Stadt und Gemeinderat gemeinsame Feiern mit der AfD zum »Tag der deutschen Einheit« ab. Natürlich gibt es von uns Mahnwachen dagegen. Erst vor kurzem wurden junge Antifaschisten aus Karlsruhe, die spontan gegen einen AfD-Stand in der Ettlinger Innenstadt protestierten, von einer Hundertschaft eingekesselt, erkennungsdienstlich behandelt, und erhielten Platzverweise.

1int_PRIVAT.jpg
Dieter Behringer und Monika Engelhardt-Behringer

Gibt es auch positive Dinge, die politisches Engagement im ländlichen Raum erleichtern? Vielleicht tatsächlich, dass man bekannt ist und die Leute wissen, wo man politisch steht und das mit Verlässlichkeit und Charakter in Verbindung bringen?

D. B.: Natürlich ist es von Vorteil, Leute zu kennen, die wir wegen diesem oder jenem ansprechen können. Wir können im Amtsblatt unserer Kommune »harmonisch« veröffentlichen und auf unsere Aktivitäten aufmerksam machen. Jeder Haushalt erhält diese Mitteilungen kostenlos. Manchmal gelingt es auch mit der örtlichen Presse, eine positive Berichterstattung hinzubekommen.

Wie unterscheidet sich antifaschistisches Engagement ansonsten von dem in Metropolen?

M. E.-B.: In größeren Städten ist es sicherlich so, dass es einerseits mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter innerhalb der eigenen Organisation gibt und sich die Arbeit dadurch auf mehrere Schultern verteilt. Auf der anderen Seite existiert eine größere Zahl von möglichen Bündnisorganisationen. Bei uns ist das alles sehr überschaubar. Die engsten Verbündeten sind bei uns die Organisationen, in denen wir auch aktiv sind.

Sie hatten es bereits erwähnt: Neben Ihrem politischen Engagement auf der Straße widmen Sie sich auch der Geschichte. Warum ist Ihnen diese so wichtig?

D. B.: Es geht uns darum, eine Gedenkkultur zu etablieren, Aufklärung zu betreiben über Rassismus und Faschismus, die dahinterstehenden Ideologien, die Geschichte der Verfolgung und des Widerstands. Mit der Erinnerungspolitik können wir sowohl Schülerinnen und Schüler als auch ältere Menschen ansprechen, die bisher noch nicht mit der antifaschistischen Bewegung zu tun hatten. Jeder Stolperstein ist ein Pflock gegen den Faschismus.

M. E.-B.: Auch das auf unsere Initiative von der Stadt errichtete Denkmal für die Zwangsarbeiter auf dem Ettlinger Friedhof ist ganz wichtig. Wir halten hier jedes Jahr unsere Gedenkveranstaltung für Opfer des Faschismus ab, und auch für die Deutsch-Russische Gesellschaft ist das ein wichtiger Gedenkort.

D. B.: Das 2020 in vierter Auflage von unserem Bündnis herausgegebene Buch über den in unserer Stadt geborenen »Fritz Birk, Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und Verteidiger der Spanischen Republik« findet sogar bundesweit interessierte Leser.

Sie haben aufgrund einer Reihe eigener Recherchen dafür gesorgt, dass der Ettlinger Gemeinderat 2010 den Beschluss fasste, dass in Ihrer Stadt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt werden sollten, um an die Opfer des Faschismus zu erinnern. Macht Sie dieser Erfolg nicht auch etwas stolz?

M. E.-B.: Der Begriff »Stolz« gefällt uns nicht. Aber natürlich hat es uns sehr gefreut, dass wir nach diesem Beschluss mit der Verlegung beginnen konnten. Mittlerweile hat Gunter Demnig bei uns 42 Stolpersteine an 28 Orten für Jüdinnen und Juden, »Euthanasie«-Opfer und Zwangsarbeiter verlegt. Es war nie ein Problem, Patinnen und Paten zu finden, die die Kosten für die kleinen Gedenksteine übernahmen. Oft waren das auch Schulklassen.

D. B.: Die Evaluation der Arbeit mit unseren Stolpersteinbroschüren in den Schulen brachte sehr positive Ergebnisse. Die Schulleiterinnen und Schulleiter waren der Meinung, dass »Geschichte zum Anfassen« die Jugendlichen erreicht, dass es gut ist, hilfreiches und vor allem ortsbezogenes Material für solche Themen zu haben. Für die Schülerinnen und Schüler sei es viel leichter, wenn sie sehen, dass die Thematik auch in ihrer direkten Umgebung wichtig war und ist. Weitere solche Projekte würden von den Schulleiterinnen und -leitern begrüßt. Das Ergebnis der Evaluation ist für uns natürlich eine hohe Motivation für unser weiteres Engagement.

Inwiefern waren Ihre Rechercheergebnisse zu den Ettlinger Opfern der Nazis denn zuvor öffentlich bekannt?

M. E.-B.: Was die jüdischen Opfer betrifft, war schon sehr viel aufgearbeitet. Nicht so bei »Euthanasie«-Opfern« sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Hier war umfangreiche Archivarbeit notwendig, was auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Wir sind mit unseren Recherchen auch noch lange nicht zu Ende. Es gibt noch einige Spuren, die wir derzeit weiter verfolgen. Wenn man einmal angefangen hat, lässt einen die Thematik nicht mehr los.

Wäre es denn nicht Aufgabe der Stadt, die eigene Geschichte aufzuarbeiten bzw. Ihnen zumindest die dafür notwendigen finanziellen Mittel an die Hand zu geben?

D. B.: Es gibt in Ettlingen eine stadtgeschichtliche Kommission, die sich aber eher mit anderen Themen befasst. Wir suchen uns unsere Themen selbst aus und entscheiden unabhängig über die Art der Veröffentlichung. Unsere finanzielle Unabhängigkeit ist uns sehr wichtig. Das schafft Freiraum!

Kürzlich haben Sie eine weitere Broschüre veröffentlicht, die den Titel »Weil sie ›Zigeuner‹ waren ...« trägt. Wieso haben Sie sich speziell dieses Themas angenommen?

M. E.-B.: Bei einer Gedenkstättenfahrt mit Verdi nach Auschwitz entdeckten wir im Gedenkbuch des ehemaligen KZ die Namen von zwei Sinti-Jungen, die in Ettlingen geboren und in Auschwitz-Birkenau mit sieben bzw. acht Jahren ermordet wurden. Wir besuchten im Anschluss mit unserer Verdi-Gruppe das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg sowie einen Vortrag mit dem Zeitzeugen Hugo Höllenreiner in Karlsruhe. Die Konfrontation mit dem ungeheuren Leid der Betroffenen, dem Porajmos (Völkermord an den europäischen Roma in der Nazizeit, jW), war für uns Anlass, uns weiter damit zu befassen. Dabei wurde uns auch der Umfang der Diskriminierung deutlich, mit der diese Minderheit heute in Deutschland konfrontiert ist.

Sie haben in diesem Zusammenhang auch zu den beiden Ettlinger Sinti-Kindern recherchiert, die ermordet worden sind. Was konnten Sie herausfinden?

D. B.: Es war sehr schwierig, an konkrete Informationen zu den beiden Sinti-Jungen zu kommen. Lokale Unterlagen sind kaum aufzufinden und wurden wahrscheinlich vor Einmarsch der Besatzungsmächte vernichtet.

Beide Kinder trugen den Namen Reinhardt, stammten aber aus verschiedenen Familien. Dieser Name ist bei Sinti recht häufig. Die Eltern von Georg Reinhardt stammten aus Herbolzheim im Landkreis Emmendingen, Karl Johannes Reinhardt lebte mit seiner Mutter und zwei Geschwistern in Heiligenbronn, heute ein Stadtteil von Schramberg im Kreis Rottweil. Von hier aus wurde Karl Johannes über den Stuttgarter Nordbahnhof mit einem Deportationszug nach Auschwitz verschleppt. Seine ganze Familie wurde ins Gas geschickt.

Wie wollen Sie neben der Veröffentlichung Ihrer Broschüre zukünftig mit dem Thema umgehen? Wollen Sie weitere Initiativen starten?

M. E.-B.: Im Rahmen unserer Recherchen haben wir Anita Awosusi kennengelernt, die sich überaus engagiert für die Rechte der Sinti und Roma einsetzt. Sie ist Sintezza und schrieb für unsere Dokumentation das Vorwort. Sie war Referatsleiterin und Vorstandsmitglied im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg und lebt in Karlsruhe. Mit ihr stehen wir in Kontakt und haben ihr Unterstützung zugesagt für ihren Kampf gegen den sich immer mehr verbreitenden Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus, der, wie die Anschläge in Halle und Hanau zeigen, eine ungeheure Dimension der Gewalt erreicht hat. Wir halten die Augen offen. Unser Bestreben ist es, jede Form von Rassismus öffentlich zu machen und Rassisten mit aller Kraft entgegenzutreten. Leider wird uns die Arbeit nicht ausgehen.

Und vor welchen weiteren Herausforderungen sehen Sie sich bei Ihrer politischen Arbeit in den kommenden Monaten?

D. B.: Die Auseinandersetzung mit der AfD erfordert immer mehr Zeit. Die maßgeblich gerade durch diese Partei betriebene Verschiebung des politischen Diskurses nach rechts darf nicht weiter hingenommen werden. Sie muss zurückgedrängt werden, und für alle demokratischen Parteien verbietet sich jede Zusammenarbeit mit ihr. Auch in Ettlingen! Daran gilt es zu arbeiten. Aber auch die Coronaleugner stellen uns vor Herausforderungen. Ettlingen ist ein Hotspot der Schwurbelei. Auch sie müssen wir im Blick behalten und Aktionen vorbereiten.

M. E.-B.: Als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz und Rassismus planen wir im Oktober eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Leonberg. Das war ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass, in dem die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie in unterirdischen Räumen Stahlteile herstellen mussten.

Monika Engelhardt-Behringer ist Kosprecherin des Ettlinger Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis, Verdi-Mitglied und aktiv im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)

Dieter Behringer ist ebenfalls Kosprecher des Ettlinger Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis, GEW-Mitglied und stellvertretender DGB-Kreisvorsitzender Karlsruhe-Land

Publikationen des Ettlinger Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis:

– »Stolpersteine in Ettlingen«, 2018. UKB: 3 Euro plus Porto

– Dieter Behringer, Fritz Birk, »Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und Verteidiger der Spanischen Republik«, 2020/4. Auflage, UKB: 6 Euro plus Porto

– Dieter Behringer, »Weil sie ›Zigeuner‹ waren, Ettlinger Kinder deportiert und ermordet«, 2021. UKB: 6 Euro plus Porto

Zu bestellen unter: ettlinger-buendnis@gmx.de

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Zur neuen Leserbrieffunktion auf jungewelt.de

  • Leserbrief von Ditmar Metz aus Frankfurt am Main ( 4. September 2021 um 10:17 Uhr)
    Ich bin tief beeindruckt von Eurem rastlosen Engagement und beschämt wegen meines Nichtstuns.

Ähnliche:

Regio:

Mehr aus: Wochenendbeilage

Letzte Möglichkeit: Drei Monate Aktionsabo »Marx für alle« für 62 Euro!