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Aus: Ausgabe vom 06.09.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Verdi: Erfolgreiche Amazon-Aktionstage

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Protestaktion am Rande einer Preisverleihung an Amazon-Chef Bezos (Berlin, 2018)

Der Verdi-Bundesvorstand zieht eine positive Bilanz der Amazon-Aktionstage unter dem Motto »#ausgeliefert«, die gemeinsam mit dem DGB sowie den Beschäftigten-Beratungsnetzwerken »Faire Mobilität«, »Faire Integration« sowie »Arbeit und Leben« vom 1. bis 4. September an mehr als 30 Standorten durchgeführt wurden:

»Die Aktionstage waren ein voller Erfolg«, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. »Wir konnten rund 8.000 Fahrerinnen und Fahrer in Transport und Zustellung erreichen und über ihre Rechte informieren.« Zudem hätten mehrere hundert Beratungsgespräche stattgefunden. Das Bild, das sich daraus ergeben habe, sei jedoch erschreckend: »Betroffene berichteten von nicht gezahlten Gehältern, Repressalien, Überwachung, einem enormen Zeitdruck und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen.« Es wirke wie Hohn, wenn das Unternehmen behaupte, von seinen Lieferpartnern zu verlangen, ihren Fahrerinnen und Fahrern eine »erstklassige Arbeitserfahrung« zu bieten.

»Die große Zahl an Logistikpartnern, die das Unternehmen in seinem Kerngeschäft einsetzt, verhindert große Belegschaften und in der Folge Betriebsratsgründungen und Tarifbindung«, so Kocsis weiter. Amazon gebe Tätigkeiten und die Verantwortung für die Arbeitsverhältnisse an Subunternehmer ab und verpasse diesen Knebelverträge. Es sei ein Skandal, wenn Paketzusteller in Vollzeit arbeiten und ihnen am Ende eines Monats nicht einmal 1.000 Euro Lohn übrigbleiben. »Wir fordern Amazon auf, die Beschäftigten, die beinahe rund um die Uhr Pakete für das Unternehmen befördern und ausliefern, direkt bei sich anzustellen.« Die Politik sei gefordert, die Kontrollen in der gesamten Branche auszuweiten, um Verstöße gegen geltendes Recht, etwa beim Mindestlohn oder den Arbeitszeiten, konsequent zu ahnden. (…)

Nach erfolgreichem Warnstreik bei den Vivantes-Tochtergesellschaften erwartet Verdi Berlin-Brandenburg ein rasches Entgegenkommen des Unternehmens:

Die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften haben am Freitag mit einem Warnstreik nochmals deutlich gemacht, dass sie bei den Verhandlungen über eine Angleichung der Löhne und Arbeitsbedingungen an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) eine kurzfristige Lösung erwarten. »Die erneut gestiegene Warnstreikbeteiligung zeigt: Die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften meinen es ernst. Sie sind nicht länger bereit, ungleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit hinzunehmen«, sagt der Verdi-Verhandlungsführer für die Vivantes-Tochterunternehmen, Ivo Garbe. Insgesamt haben sich berlinweit rund 400 Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung beteiligt und ihrem Unmut bei mehreren Kundgebungen Luft gemacht.

»Ich hoffe, dass die Arbeitgeber diese letzte Warnung verstanden haben«, betont Garbe. Am Donnerstag findet bereits die achte Verhandlungsrunde statt. »An diesem Tag wird es sich entscheiden: Entweder gibt es ein Ergebnis, das allen Beschäftigten die stufenweise Angleichung an den TVöD bringt. Oder es bahnt sich ein massiver Arbeitskampf an.« Derzeit läuft in den Vivantes-Tochtergesellschaften – ebenso wie in den Kliniken, deren Beschäftigte einen Tarifvertrag Entlastung fordern – die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik. Dessen Ergebnis wird Verdi am Montag bekanntgeben. (…)

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