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Aus: Ausgabe vom 03.09.2021, Seite 2 / Ausland
Kampf gegen Klimawandel

China sieht USA am Zug

Kampf gegen Klimawandel: Beijing fordert von Washington Ende der Aggressionen. Tote nach Unwetter in New York
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Heftige Regenfälle richteten in der Nacht zu Donnerstag in New York große Schäden an

Eine Kooperation zwischen China und den USA im Kampf gegen den Klimawandel erfordert aus Sicht Beijings eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. »Der Ball liegt im Feld der USA«, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi während eines Besuchs des US-Sondergesandten für den Klimaschutz, John Kerry, am Donnerstag. »Es ist unmöglich, die Zusammenarbeit zwischen China und den USA im Klimabereich über das allgemeine Umfeld der US-chinesischen Beziehungen zu stellen«, betonte Wang.

Die Gespräche fanden wegen Vermeidung einer Quarantäne für Kerry per Videokonferenz in Tianjin rund eineinhalb Autostunden von Beijing statt. Wang warf Washington eine »große strategische Fehlkalkulation gegenüber China« vor. Die USA müssten aufhören, »China als Bedrohung und als Gegner zu sehen«. Kerry sagte bei dem Treffen, China spiele bei der Bewältigung der Klimakrise eine »äußerst wichtige Rolle«. Der US-Gesandte hatte China, das aktuell das Land mit dem in absoluten Zahlen höchsten CO2-Ausstoß der Welt ist, bereits auf seiner vorherigen Reiseetappe in Japan aufgefordert, »die seinem Status entsprechende Verantwortung zu übernehmen«.

In China will Kerry auch im Gespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen Xie Zhenhua den Klimagipfel im November in Glasgow vorbereiten. Zuletzt war der US-Klimabeauftragte im April in Shanghai. Trotz der Spannungen wurde Kerry von der chinesischen Seite ranghoch empfangen. Ebenfalls per Video sprach der US-Politiker am Donnerstag auch mit Vizepremier Han Zheng.

Im April hatte der Sondergesandte schon einmal China besucht. Im Anschluss hatten die beiden Regierungen erklärt, »bei der Bewältigung der Klimakrise zusammenzuarbeiten«. Ende Juli teilte Beijing jedoch mit, dass die Zusammenarbeit mit den USA in Klimaschutzfragen davon abhänge, ob die bilateralen Beziehungen insgesamt »gesund« seien. Die US-Regierung hatte den Kurs gegenüber China zuletzt zunehmend verschärft.

Der Weltklimarat IPCC hatte im August einen Bericht vorgelegt, nach dem die Erderwärmung schon 2030 den Wert von 1,5 Grad erreichen könnte. Das wären zehn Jahre früher als noch vor drei Jahren angenommen.

Was das in der Realität bedeutet, erlebte in der Nacht auf Donnerstag die US-Metropole New York. Die Ausläufer von Hurrikan »Ida« brachten historische Regenmengen mit sich. Der Nationale Wetterdienst rief erstmals in der Geschichte der Millionenstadt einen »Sturzflutennotstand« aus. Bürgermeister William de Blasio sprach von »Rekordregenfällen in der ganzen Stadt, brutalen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen«. Viele Straßen verwandelten sich innerhalb kürzester Zeit in Flüsse, U-Bahn-Stationen wurden geflutet, die New Yorker Flughäfen strichen Hunderte Flugverbindungen. Nach Polizeiangaben gab es acht Tote. In Louisiana, wo »Ida« am Wochenende auf Land getroffen war, haben nach wie vor mehr als 900.000 Haushalte keinen Strom. (AFP/dpa/jW)

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