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Aus: Ausgabe vom 26.08.2021, Seite 1 / Ausland
Krieg in Afghanistan

Moskau steigt in Evakuierungen ein

Militärtransporter auf Weg nach Afghanistan. Stärkere Zusammenarbeit mit China
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Verantwortlich für den russischen Evakuierungseinsatz: Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Montag in Moskau

Rund um den Flughafen Kabul harren weiter Tausende Menschen aus, in der Hoffnung auf einen Evakuierungsflug ins Ausland. Eineinhalb Wochen nach der Machtübernahme der islamistischen Taliban will US-Präsident Joseph Biden vorerst am Abzug der US-Truppen bis kommenden Dienstag festhalten, Bitten europäischer Verbündeter, Evakuierungen darüber hinaus zu ermöglichen, erteilte er eine Absage. Nach einer Videoschalte der G7-Staats- und Regierungschefs hatte Biden am Dienstag abend erklärt, er habe das Außen- und Verteidigungsministerium angewiesen, Alternativpläne zu erarbeiten, »um den Zeitplan anzupassen, falls das nötig sein sollte«. Am Mittwoch abend wollte sich US-Außenminister Antony Blinken dazu äußern. Biden sagte weiter, jeder Tag, den man länger vor Ort bleibe, sei ein weiterer Tag, an dem ein örtlicher Ableger der Terrormiliz »Islamischer Staat« versuche, den Flughafen anzugreifen. »Je früher wir es abschließen, desto besser.«

Russland schickt derweil vier Militärtransportflugzeuge nach Afghanistan. Das teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch laut TASS mit. 500 Bürger aus Russland, der Ukraine, Belarus, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan sollen aus Afghanistan herausgeholt werden, hieß es. Demnach ließ Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Mission mit medizinischem Personal, Wasservorräten, Lebensmitteln und Decken auf Anweisung des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem Stützpunkt in Uljanowsk an der Wolga zusammenstellen. Moskau steht seit langem in Verhandlungen mit den Taliban, die in Russland als Terrororganisation verboten sind.

Putin tauschte sich zudem am Mittwoch mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Telefon aus. Demnach sei China bereit, die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Russland und der breiteren internationalen Gemeinschaft in der Afghanistan-Frage zu verstärken, wie Xinhua meldete. Alle Parteien in Afghanistan sollten ermutigt werden, eine offene politische Struktur aufzubauen, eine gemäßigte Innen- und Außenpolitik umzusetzen und sich von allen terroristischen Gruppen zu distanzieren. (dpa/jW)

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