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Durch die Beine

Von Gabriele Damtew
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Überflieger Viktoria Berlin (am Ball: Patrick Kapp) kann doch noch verlieren: Zum Beispiel am 20. August mit 0:1 gegen den Halleschen FC

Drittligaaufsteiger und bisheriger Überflieger Viktoria Berlin kann doch noch verlieren. Letzten Freitag abend im Jahn-Sportpark geschah das Unfassbare unter dem eigens aus England ausgeliehenen mobilen Flutlichtmast. Englisch muteten auch die Ticketpreise mit 17 »Teuro« für die Gäste aus Halle an (der Ligadurchschnitt bewegt sich bei zehn bis zwölf Euro). Viktoria mit der bislang besten Offensive (zehn Tore in drei Spieltagen) scheiterte an Pfosten und fehlendem Biss bei der Chancenverwertung. Effizienter zeigte sich Halle, das nur einen guten Angriff brauchte. Tom Zimmerschied eroberte den Ball im Mittelfeld, passte Richtung Box auf Torjäger Terrence Boyd, der sich kraftvoll durchdribbelte und Torwart Julian Krahl durch die Beine schoss. »Hat ja alles gepasst«, so Boyds Understatement nach Spiel­ende.

Die Spieler von Kaiserslautern mussten nach der letzten 4:0-Packung in Berlin auf Wiedergutmachung aus sein. Ihnen war seit Saisonstart noch kein Tor gelungen, was sich gegen den Traditionsrivalen 1860 München (beste Offensive der letzten Saison) ändern sollte. 8.000 aufgepeitschte Fans, die meisten »Rote Teufel«, konnten nach einer knappen halben Stunde endlich das erste Tor bejubeln. Kapitän Jean Zimmer flankte mit Gefühl auf René Klingenburg, der den Ball volley in die Löwenhütte knallte. Teamwork auch beim nächsten Treffer. Pappenheimer Klingenburg ergaunerte sich den Ball mit Härte, während Mittelfeldregisseur Zimmers Pass genau auf Muhammed Kiprits Fuß passte, der direkt abzog. Die Löwen blieben ungefährlich. Mit dem direkten Freistoßtor von Mike Wunderlich aus linker Position war Torhüter Marco Hiller, dem der Ball unter den Armen durchrutschte, restlos bedient. Lauterns Ehre vorerst wiederhergestellt.

Magdeburg wird seit seiner starken Rückrunde unter Trainer Christian Titz nach den Münchner Löwen hinter vorgehaltener Hand als Aufstiegsaspirant gehandelt. 15.000 Fans sorgten beim Drittligisten für die so vermisste erstklassige Stimmung. Die unermüdlichen Vorlagengeber Baris Atik und Amara Condé sowie die Vollstrecker Luca Schuler und Sirlord Conteh tüteten den 2:1-Sieg der Magdeburger über sich bis zuletzt aufbäumende »Zebras« aus Duisburg ein. Magdeburg ist jetzt Tabellenführer vor Viktoria.

Eine Ligaetage höher stieg das erste Duell der Aufsteiger Rostock und Dresden. Historisch gesehen schon die 65. Begegnung, wobei das Gros derer in den Tagen der DDR-Oberliga stattfand, was der Brisanz dieses Ostklassikers keinen Abbruch tat. Mit zugelassenen 14.500 Fußballaffinen war die Bude an der Ostsee ausverkauft. Beide Teams hatten sich bereits durch Siege gegen Hannover 96 (Rostock 3:0 auswärts, Dresden zu Hause 2:0) Respekt in dieser viel zitierten »stärksten zweiten Liga aller Zeiten« verschafft. Traditionsgemäß reisen Sachsen gern an die Ostsee, was auch für die Dynamos gilt. Ein ultraschnelles Tor nach 35 Sekunden durch Christoph Daferner ließ den mitgereisten Anhang jubeln. Dresden rückt durch den 3:1-Sieg auf Platz zwei hinter Regensburg. Überraschung!

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