3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 16. September 2021, Nr. 215
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 18.08.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

»Zeit für Veränderung!«

Die Bündnisse »Wer hat, der gibt«, »Unteilbar«, »Wohnen für alle«, »Gemeinsam auf die Straße!«, »Fridays for Future« und »Deutsche Wohnen & Co enteignen« teilten am Dienstag zu bevorstehenden Großdemonstrationen und Protestaktionen vor der Bundestagswahl – die erste findet am Sonnabend in Berlin statt – mit:

Corona hat erneut vor Augen geführt: Es braucht dringend Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit. (…) Die Folgen der Klimakrise sind drastisch sichtbar und betreffen heute bereits Millionen von Menschen. Weltweit steigt die Zahl bewaffneter Konflikte. Immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Jedes Jahr sterben Tausende vor den abgeschotteten Außengrenzen Europas. Der gesellschaftliche Reichtum konzentriert sich in immer weniger Händen. Die soziale Ungleichheit wird größer. In vielen Bereichen öffentlicher Daseinsvorsorge, etwa dem
Gesundheitswesen, wird die Privatisierung weiter vorangetrieben. Die Mieten steigen weiter, die Wohnungs- und Obdachlosigkeit wächst. Rassistische Ausgrenzung und andere Diskriminierungen sind allgegenwärtig. Gleichzeitig stagnieren vielfach die Löhne – und durch die Coronakrise kommt es zu Einkommenseinbußen. Es reicht – und das schon lange. Zeit für Veränderung!

Wir wollen eine solidarische und klimagerechte Gesellschaft, in der alle Menschen frei und selbstbestimmt leben können und in der die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse nicht
länger dem Markt überlassen ist. Deswegen gehen wir entschlossen und laut, bunt und vielfältig auf die Straße: Für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Armut, ohne Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit, ohne Flucht und Hunger, ohne Klimakrise und Ausbeutung, ohne Rassismus und Krieg. Zusammen können wir viel erreichen: Eine gerechte und solidarische Gesellschaft ist möglich!

Zur vierteljährlichen Arbeitsmarktstatistik des Statistischen Bundesamtes erklärte Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, am Dienstag:

Wie auch sonst folgt der Arbeitsmarkt der konjunkturellen Entwicklung. Die leichte wirtschaftliche Belebung hat daher die Erwerbstätigkeit gefördert, wenngleich die Zahl der Erwerbstätigen noch weit unter dem Niveau vor Beginn der Pandemie liegt. Interessanter sind die Ungleichgewichte, die durch die Pandemie verschärft wurden: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen. Minijobberinnen und Minijobber haben hingegen gegenüber dem Vorjahr weitere Beschäftigungsverluste erlitten. Auch die Selbständigkeit ist weiter eingebrochen. Ausgerechnet die Beschäftigungsformen mit der größten Unsicherheit sind also diejenigen, die am schlechtesten abgesichert sind. Im Fall der Minijobs hängt beides unmittelbar zusammen: Wer nicht arbeitslosenversichert ist, kann auch kein Kurzarbeitergeld beziehen und wird im Krisenfall unmittelbar entlassen. Minijobs müssen deshalb in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden. Selbständige benötigen Schutz vor wirtschaftlichen Krisen und sollten zu realistischen, fairen Konditionen in die Arbeitslosenversicherung einbezogen werden. Leider hat die Bundesregierung bislang wenig aus der Pandemie gelernt. In Sachen Arbeitslosenversicherung müssen sich Union und SPD endlich bewegen. Dazu gehört auch, das Kurzarbeitergeld und das Arbeitslosengeld zu erhöhen, denn bislang bieten diese Leistungen nur unzureichenden Schutz vor finanziellen Einbußen.

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Ähnliche:

  • Ökonomen fürchten sich vor zu hohen Sozialausgaben. Gegen die be...
    05.08.2021

    Im Zeichen der Pandemie

    Bundeskabinett verabschiedet Sozialbericht 2021. Arbeitsminister lobt Regierung. Wirtschaftsvertreter warnen vor »Umverteilungsstaat«
  • Marginalisierte bleiben oft unsichtbar und sind häufig ohne Repr...
    10.06.2021

    Störfaktor werden

    Aktivisten fordern Berücksichtigung und Teilhabe von Armen und Erwerbslosen. Evangelisches Hilfswerk Diakonie unterstützt Initiatoren
  • Frauen leisten Widerstand. Mitarbeiterinnen von Real demonstrier...
    15.03.2021

    Pandemie trifft Prekäre

    Geringfügig Beschäftigte sind in NRW die Verlierer der Coronakrise. Frauen am stärksten vom Shutdown betroffen. Verdi: Reiche sollen zahlen

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!