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Aus: Ausgabe vom 06.08.2021, Seite 2 / Ausland
Israel und Libanon

Israel greift Libanon an

Erste Luftschläge seit Jahren. Schwere Ausschreitungen in Beirut
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Ein libanesischer Soldat mit den Überresten israelischer Geschosse (Mardschajun, 5.8.2021)

Israelische Kampfflugzeuge haben in der Nacht zu Donnerstag erstmals seit sieben Jahren Ziele im Libanon angegriffen, wie auch öffentlich eingeräumt wurde. Die Luftangriffe hätten »Abschussstellen und für Terror genutzte Infrastruktur« im Libanon zum Ziel gehabt, da am Donnerstag »Raketen aus dem Libanon auf israelisches Gebiet« abgefeuert worden seien, gab die israelische Luftwaffe über Twitter bekannt. Der libanesische Fernsehsender Al-Manar berichtete von Angriffen nahe der Ortschaften Mahmudija und Aischija im Süden des Landes.

Libanons Präsident Michel Aoun warf Israel am Donnerstag »aggressive, eskalierende Absichten« vor, zitiert die Times of Israel den 87jährigen. Aoun bezeichnete die Luftschläge als »eklatante und gefährliche Verletzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats«. Durch die UN-Resolution wurden 2006 die Kriegshandlungen zwischen Israel und dem Libanon eingestellt, doch befinden sich beide Länder formal weiterhin im Kriegszustand.

Israel hatte bereits am Mittwoch Raketenbeschuss aus dem Libanon gemeldet. Die israelische Armee reagierte mit Artilleriefeuer. Nach Angaben der libanesischen Armee schlugen dabei 92 Geschosse im Libanon ein, die zum Teil Buschbrände entfachten. Es werde untersucht, wer die Raketen auf Israel abgefeuert habe, hieß es aus Beirut, während das israelische Militär erklärte, »das Land Libanon« sei verantwortlich.

Unterdessen kam es im Libanon am Mittwoch abend zu schweren Ausschreitungen. Während Angehörige am ersten Jahrestag der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut der über 200 Todesopfer gedachten, versuchten Demonstrierende das libanesische Parlament zu stürmen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden nach Angaben des Roten Kreuzes Dutzende Menschen verletzt.

Eine Gruppe Männer versuchte im Stadtzentrum, eine Stacheldrahtbarriere zu überwinden, die den Zugang zum Parlamentsgebäude versperrte. Einige legten Feuer und warfen Steine auf Sicherheitskräfte. Angesichts »wiederholter Attacken« würden die Einsatzkräfte mit »verhältnismäßigen Mitteln« gegen »unfriedliche Demonstranten« vorgehen, warnte die Polizei. Sie setzte Gummigeschosse, Wasserwerfer und Tränengas gegen die Protestierenden ein. Das libanesische Fernsehen zeigte einen Panzer, der in das Gebiet rollte. (AFP/jW)

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