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Aus: Ausgabe vom 28.07.2021, Seite 16 / Sport

Es lief alles rund

Von André Dahlmeyer
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Verschossen: Die Guaraníes von Olimpia konnten sich nach Elferballern gegen Internacional durchsetzen (Porto Alegre, 22.7.2021)

Einen wunderschönen guten Morgen! Wie erwartet wurden die Achtelfinals der Copa Libertadores zum Waterloo für die argentinischen Klubs. Sechs Teams waren noch dabei, nur eins kam weiter. Argentinien hatte während der Copa América – als einziges südamerikanisches Land – den Erstligabetrieb pausiert. Nun war man schlichtweg nicht eingespielt, nicht in Spiellaune und ohne jeglichen Rhythmus.

Wie man weiß, kommt es nicht auf die Größe des mentalen Pimmels an, sondern auf die Technik – aber auch hier schwächelten die Gauchesken. Lediglich River Plate konnte sich mit einem 2:0-Sieg bei den Argentinos Juniors (zwei Einlochungen von Braian Romero) für die Viertelfinals qualifizieren. Dort treffen die Millonarios nun Mitte August auf den klaren Titelfavoriten Atlético Mineiro, der die Boca Juniors per Elferballern eliminierte. Chancenlos ist River aber nicht: Mit Marcelo »Napoleón« Gallardo haben sie zweifelsohne den aktuell immer noch besten südamerikanischen Trainer an der Kalklinie. Ein ganz klar vorgezogenes Endspiel mit Seriencharakter!

Vier Brasilianer schafften es bis jetzt unter die letzten acht. Es werden wohl fünf sein, Fluminense spielt erst am 3. August sein Rückspiel gegen Cerro Porteño. Da die Cariocas aber in Asunción mit 2:0 siegten, sollte da nichts mehr anbrennen. Der FC São Paulo eliminierte überraschend Racing Club in Avellaneda (Groß Buenos Aires). Hervorragend. Am schönsten beim 1:3 der Paulistas waren die beiden Treffer von Emiliano Rigoni, denn der ist ein Ex-Independiente, das ist der Erzrivale Racings und Klub von Nomadensportstudio seit den 70ern. Ja, für uns vom »Rojo« lief es rund, schließlich war ja auch Boca eliminiert worden. Mit sieben Copa Libertadores ist Independiente immer noch der Rekordgewinner der Copa, aber Boca hat mittlerweile sechs angehäuft. Jede Libertadores mit den Xeneizes ist für uns eine Bedrohung, weil die ein Portemonnaie haben und wir nicht. Aber jetzt sind die ja gerechterweise mal wieder draußen.

Ebenfalls überraschend war, dass sich die Guaraníes von Olimpia in Porto Alegre nach Elferballern gegen Internacional durchsetzten. Im Viertelfinale sollte jedoch gegen Flamengo Endstation sein. Darüber hinaus kommt es zum Paulista-Klassiker zwischen dem FC São Paulo und SE Palmeiras. Am wahrscheinlichsten ist es, dass die Brasucas in den Halbfinals unter sich bleiben und es dort zum Río-Klassiker Fla–Flu (Flamengo–Fluminense) und zu einem Duell zwischen Atlético Mineiro und Palmeiras kommt. Endspiel? Fla­mengo–Palmeiras. Hugh. Manitou hat gesprochen.

Wenn wir von der Copa Sudamericana sprechen, so muss ich Ihnen schweres Leid kundtun. Wir sind raus! Independiente konnte das 0:1 in São Paulo gegen den FC Santos im eigenen Stadion Libertadores de América nicht mehr zurechtrücken. Eine Halbzeit kickten wir in Unterzahl, hatten insgesamt gefühlt zwanzig Hochkaräter, doch am Ende stand es 1:1. Verdammter Pfeffer! Auch unser kleiner Bruder, Arsenal de Sarandí, das Spielzeug des Grondona-Klans, blieb auf der Strecke. Eliminiert im eigenen Stadion von Sporting Cristal (1:1). Unglaublich. Nur die Argentinier von Rosario Central halten die Stellung. Sie hatten mit den Venezolanern von Deportivo ­Táchira aber auch den leichtesten Gegner. Trainer von Central ist »Kily« González, ehemaliger Leithammel der Selección zu Zeiten von Marcelo Bielsa. Im Viertelfinale wartet der Brauseklub Bragantino aus São Paulo, das wird ganz schwer. Nach Adam Riese müsste auch der Sudamericana-Titel dieses Jahr nach Brasilien gehen. Sakkra.

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