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Aus: Ausgabe vom 28.07.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Elektroautos

Tesla: Milliardengewinn im zweiten Quartal

US-Konzern setzt mehr E-Autos ab und profitiert weiter von Abgaszertifikaten
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Auch in Grünheide bei Berlin will Tesla-Gründer Elon Musk – hier bei Besuch im Mai – bald durchstarten

Der an der Börse extrem hoch bewertete US-Elektroautobauer Tesla hat ein weiteres Quartal mit Rekordergebnissen vermeldet. Erstmals habe der Konzern zwischen April und Juni mit 1,1 Milliarden Dollar (0,8 Milliarden Euro) die Milliardengrenze beim Gewinn übertroffen, gab Tesla am Montag bekannt. Die Einnahmen wuchsen demnach um 98 Prozent auf insgesamt zwölf Milliarden Dollar.

Das Unternehmen betonte zudem, beim Bau des ersten Werks in der EU in Grünheide bei Berlin im Plan zu liegen. In diesem Jahr sollen dort demnach E-Autos vom Band laufen. Angesichts verschiedener Hürden und Unstimmigkeiten auf bürokratischer Ebene war die Ungewissheit hinsichtlich des Zeitplans in den vergangenen Monaten gestiegen.

Die Quartalszahlen übertrafen die Prognosen der Analysten. Die Aktie reagierte nachbörslich dennoch relativ verhalten, auch wenn es zeitweise deutliche Kursgewinne von bis zu rund drei Prozent gab. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Autobauer bei der Marktkapitalisierung von mehr als umgerechnet 500 Milliarden Euro allmählich an Grenzen stößt. Der Börsenwert Teslas liegt weiter beim rund Fünffachen dessen, was der Weltmarktführer der Autobranche, die deutsche Volkswagen AG, vorweisen kann.

Tesla erreichte im jüngsten Vierteljahr auch bei Auslieferung und Produktion – für seine Verhältnisse als reiner Elektroautobauer – Bestwerte. Das Unternehmen verkaufte 201.304 ­E-Autos und stellte 206.421 Stück her – so viele wie seit Firmengründung 2003 noch nie in einem einzigen Quartal. Auch die in der gesamten Branche beklagten Lieferengpässe bei Computerchips und Rohstoffen scheinen Tesla weniger auszumachen als der Konkurrenz. Der US-Konzern peilte bislang an, seine Auslieferungen 2021 nach über einer halben Million Autos im Vorjahr um 50 Prozent zu steigern. Nun teilte er mit, man rechne in Palo Alto mit einem noch stärkeren Wachstum.

Getrübt wurde der Hype um die Marke durch anfallende Abschreibungen auf das Engagement in der Kryptowährung Bitcoin, die zuletzt Kursrutsche verzeichnete. Nachdem Teslas 1,5 Milliarden Dollar schwere Investition in die Cyberwährung im ersten Vierteljahr 2021 noch zu einem Sondererlös von rund 100 Millionen Dollar geführt hatte, musste der Konzern nun 23 Millionen Dollar Verlust verkraften.

Das aber macht dem Unternehmen wenig aus, solange das Ablassgeschäft mit Verschmutzungsrechten weiter bestens läuft. Nach offizieller Ansicht gelten Elektroautos als Nichtemittenten von Treibhausgasen. Diese Emissionen werden damit zum Teil in die Vorstufen bei der Elektroenergiegewinnung verlagert, aber dafür kann Tesla nichts. Mit dem Verkauf von Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern und gesetzliche Vorgaben in Teilen der USA und der EU zu erfüllen, realisierte das Unternehmen von Elon Musk immerhin noch ein Drittel seines Quartalsgewinns und setzte mit diesem Geschäft im zweiten Quartal 354 Millionen Dollar um. Da diese Art Erlöse eine quasi hundertprozentige Gewinnspanne haben, sind sie für Tesla äußerst lukrativ, verlieren aber allmählich ihre überragende Bedeutung für die Konzernbilanz. Sowohl vor einem Jahr als auch im Vorquartal war der Ertrag daraus noch deutlich höher. (dpa/jW)

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