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Aus: Ausgabe vom 28.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Rowdy des Tages: Britische Regierung

Von Ina Sembdner
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Eine Topidee nach der anderen: Der britische Regierungschef Boris Johnson (London, 9.6.2021)

Krawall und Populismus sind wir unter Boris Johnson aus Downing Street No. 10 ja gewohnt. Aber dem britischen Premier reicht es nicht aus, »imperiale« Wünsche gen Brüssel zu äußern. Nein, auch nach innen wissen er und seine Gefolgschaft, was »das Volk« will. Nachdem die britische Regierung bereits der Ausübung von Protest einen polizeilichen Maulkorb angelegt hat, sollen jetzt Menschen, die Straftaten begehen, an den öffentlichen Pranger gestellt werden, wie der Guardian am Dienstag, beruhend auf einer Quelle im Innenministerium, zu berichten wusste. Es lebe hoch, das Viktorianische Zeitalter!

Auf die Gegenwart bezogen, bedeutet das: Wer auf Bewährung freikommt, soll nicht einfach nur zeigen können, dass es auch anders geht, sondern »Graffiti entfernen, Müll einsammeln, Kanäle reinigen«. Originär öffentliche Aufgaben also, für die fleißig Steuergeld eingespart wird, um es an sinnloser Stelle zu verprassen. Das reicht natürlich noch nicht. Eine Warnweste – möglicherweise mit »Banane: das einzige legale krumme Ding« oder »Ich bin ein Dilettant. Wahre Profis gründen eine Bank« (Bert Brecht entlehnt) – soll die Außenwirkung der »Rowdys« verstärken, die, so Innenministerin Priti Patel laut Daily Mailden Preis für ihre Verbrechen bezahlen« sollen.

Und weiter geht es mit Law and Order: GPS-Tracker für aus der Haft entlassene »Diebe, Einbrecher und Räuber«, »Nüchternheitssensoren« für den Nachweis von Alkohol im Schweiß, das Stoppen und Kontrollieren »Verdächtiger« auf der Straße und, ganz wichtig, der Kontakt zum Blockwart, ähm ’tschuldigung, zum »örtlichen Bobby«. Blöd nur, dass es davon gar nicht mehr so viele gibt. 20.000 Stellen sind unter den Tories seit 2010 abgebaut worden. Und erst vor wenigen Tagen hat die Regierung die Gehälter der meisten Beamten eingefroren – unter Verweis auf die Pandemie, also ein Bauernopfer.

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