3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 16. September 2021, Nr. 215
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 27.07.2021, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft
Betriebliche Mitbestimmung

IG BCE vor Durchbruch

Naturkosmetikhersteller Laverana blockierte jahrelang Wahl eines Betriebsrats
Gewerkschaft_IG_BCE_63962881.jpg
Die IG BCE (hier Mitglieder bei einer Demonstration 2019) hat geholfen, dass beim Naturkosmetikhersteller Laverana erstmals ein Betriebsrat gewählt werden darf

Es wäre eine Premiere: Beim Naturkosmetikhersteller Laverana könnte in den kommenden Wochen erstmals in der mehr als 30jährigen Unternehmensgeschichte ein Betriebsrat gewählt werden. Das teilte am Sonnabend die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in einem Beitrag auf ihrer Homepage mit. Demnach unterstütze die Gewerkschaft die Belegschaft »bei diesem Vorhaben intensiv«.

Gespräche zwischen IG BCE und der Geschäftsführung zwecks Durchführung einer Betriebsratswahl seien bereits aufgenommen worden. Laverana hat drei Standorte in der Region um die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Zudem soll über einen Tarifvertrag Mitbestimmung verhandelt werden.

Die Planungen konzentrieren sich auf die Bildung eines gemeinsamen Betriebsrates für alle drei Lave­rana-Standorte. Neben Wennigsen und Bantorf mit jeweils rund 200 Beschäftigten ist das die Verwaltung in Hannover mit etwa weiteren 100 Kolleginnen und Kollegen, kündigte die IG BCE an. Eine entsprechende Wahlversammlung solle zeitnah stattfinden. Eine gewisse Skepsis bleibt: Bei Laverana waren in den vergangenen Jahren mehrere Versuche zur Gründung einer Interessenvertretung für die Belegschaft gescheitert.

Michael Linnartz, Leiter des ­IG-BCE-Bezirks Hannover, wirkt indes zuversichtlich: »Es ist Zeit, dass sich ein erfolgreiches Unternehmen wie Laverana der sozialen Verantwortung stellt und Betriebsratswahlen im Unternehmen nicht im Weg steht«, wurde er in der Mitteilung zitiert. Das unternehmerische Leitmotiv der Nachhaltigkeit müsse neben der ökologischen auch die soziale Dimension umfassen, so Linnartz. Dazu gehöre die Vertretung der Beschäftigten durch einen Betriebsrat nach Betriebsverfassungsgesetz und durch eine DGB-Gewerkschaft.

Die zuständige IG-BCE-Sekretärin Regina Karsch ergänzte: »Die Lave­rana-Beschäftigten haben Jahrzehnte dafür gesorgt, dass das Unternehmen nicht nur wächst, sondern auch kräftige Gewinne einfährt.« Die Geschäftsführung habe dennoch in der Vergangenheit immer wieder interveniert und die Wahl eines Betriebsrats verhindert. Nun hat offenbar ein Umdenken stattgefunden: »Wir freuen uns daher sehr, dass wir endlich gemeinsam mit den Laverana-Kolleg*innen das Unternehmen in die Tarifbindung führen können.« (jW)

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Ähnliche:

  • Volkswagen lässt unter anderem auch in Portugal Sitze produziere...
    17.03.2020

    Sitech sperrt Belegschaft aus

    Alle 470 Beschäftigten bei VW-Tochter »freigestellt«. Werk soll ins Ausland verlagert werden
  • Wer sich bei »Playmobil« für Beschäftigtenrechte engagiert, beko...
    18.09.2018

    Mitbestimmung unerwünscht

    »Playmobil«-Spielwarenhersteller versucht, Betriebsräte der IG Metall vor Gericht aus Interessenvertretung zu klagen
  • Einfach rein mit dem Dreck: Einleitungsrohr für Salzabwasser am ...
    07.09.2016

    Lieber Arbeit statt Trinkwasser

    Der Konzern K+S versalzt die Werra. Beschäftigte und Gewerkschaft wollen, dass das so bleibt. Nur dadurch ließen sich Stellen erhalten. Umweltschützer protestieren

Regio:

Mehr aus: Betrieb & Gewerkschaft

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!