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Bisweilen verstörend

Der diesjährige Büchner-Preisträger Clemens J. Setz (»Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes«,»Indigo«) hat mit Ehrfurcht auf die Auszeichnung mit dem renommierten Literaturpreis reagiert. »Der Name Georg Büchner und auch die Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre – sich in das eingereiht zu sehen ist schon eine Ehre, die kann ich noch nicht ganz fassen«, sagte er am Dienstag der dpa. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hatte zuvor bekanntgegeben, dass der Österreicher den Georg-Büchner-Preis 2021 erhält. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in der BRD. Seit 1951 vergibt die Akademie den Preis an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen »durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten« und »an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben«, heißt es in der Satzung. Der Preis wird vom Bund, dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt finanziert. Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt seit 2015 Rainald Goetz, Marcel Beyer, Jan Wagner, Terezia Mora und Lukas Bärfuss. Im vergangenen Jahr wurde die Lyrikerin Elke Erb für ihr literarisches Lebenswerk ausgezeichnet. »Seine bisweilen verstörende Drastik sticht ins Herz unserer Gegenwart, weil sie einem zutiefst humanistischen Impuls folgt«, heißt es in der Begründung der Akademie zur Verleihung an den 38 Jahre alten Setz, der bereits 2011 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.07.2021, Seite 11, Feuilleton

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