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Aus: Ausgabe vom 19.07.2021, Seite 7 / Ausland
Eine Million Hektar Wald in Flammen

Kampf gegen das Feuer

In Russland brennt mehr als eine Million Hektar Wald
Von Franziska Lindner, Jalta
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Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in Jakutien (1.7.2021)

Auf dem Gebiet der Russischen Föderation lodern derzeit rund 300 Waldbrände auf einer Fläche von mehr als einer Million Hektar, was knapp der Größe Brandenburgs entspricht. Besonders betroffen ist die Republik Sacha (Jakutien), wo mehr als 850.000 Hektar Wald in Flammen stehen. Auch der Autonome Kreis Tschukotka im äußersten Nordosten Russlands (mehr als 45.000 Hektar), das Gebiet Kamtschatka (etwa 35.000 Hektar) und das Gebiet Irkutsk (rund 27.000 Hektar) sind stark betroffen.

An der Brandbekämpfung sind knapp 6.000 Menschen beteiligt, im Einsatz sind zudem mehr als 1.000 Fahrzeuge und etwa 40 Flugzeuge. Weitere rund 80 Flugzeuge sind zur Überwachung der Brände im Einsatz. In acht Föderationssubjekten Russlands wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, in 58 ist ein spezielles Brandschutzregime in Kraft getreten.

Die Russische Föderation ist jedes Jahr von heftigen Bränden betroffen, erst im Sommer 2019 waren neun Millionen Hektar Wald verbrannt. Insgesamt verfügt Russland über eine Waldfläche von 800 Millionen Hektar, die sich etwa über die Hälfte des Staatsgebiets erstreckt und ein Fünftel des weltweiten Waldbestandes ausmacht. Experten warnen, dass sich die Situation aufgrund des Klimawandels verschärft habe.

Ein weiterer Grund für die deutliche Zunahme der Brände dürfte im drastischen Abbau des Waldschutzes und der Forstaufsicht nach der Auflösung der Sowjetunion liegen. Bei der Umwandlung des »Föderalen Dienstes für Forstwirtschaft« in die Agentur »Rosleschos« wurden im Jahr 2000 drei Viertel des Personals, etwa 150.000 ausgebildete Waldarbeiter und Forstbeamte, entlassen. In Sowjetzeiten waren an Hochsommertagen noch bis zu 600 Flugzeuge gleichzeitig in der Luft, die die Wälder nach Rauchfahnen absuchten. 8.000 Spezialkräfte waren dauerhaft startbereit, darunter Fallschirmspringer für den Einsatz in abgelegenen Gebieten.

Mit dem im Jahr 2007 eingeführten Forstkodex entzog die Regierung Rosleschos schließlich die Verantwortung für die zentrale Überwachung des Waldes und überführte sie in die Zuständigkeit der Regionen und privaten Pächter. Dabei wurde die Beschäftigtenzahl der föderalen Forstaufsicht von 70.000 auf zunächst 12.000 reduziert, 24 Stützpunkte zur Waldüberwachung aus der Luft geschlossen und die Löschschutzstaffel deutlich abgebaut.

Doch seit 2018 sind auch Korrekturen eingeleitet worden. Im Rahmen des Programms »Erhaltung der Wälder« sind bis 2024 rund 300 Millionen Euro für die Beschaffung von Frühwarnsystemen und Löschfahrzeugen bereitgestellt worden. Bekanntgegeben wurde ein Ausbau des Personals für die Arbeit in den Wäldern von 20.000 auf 40.000. Programme zur Wiederaufforstung wurden ausgeweitet und illegaler Holzeinschlag, der häufig mit Bränden vertuscht wird, stärker kontrolliert. 2020 startete zudem eine App, die über Waldbrandgefahren in der Umgebung sowie über Beteiligungsmöglichkeiten zur Beseitigung der Feuer informiert. Die Daten stammen von Satelliten. Laut dem russischen Ministerium für Notsituationen konnte mit der App die Reaktionsfähigkeit auf natürliche Brände um das Dreifache erhöht werden.

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