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Aus: Ausgabe vom 10.07.2021, Seite 15 / Geschichte

Anno ... 28. Woche

1906, 12. Juli: Albert Dreyfus wird rehabilitiert. 1894 wurde er als Artilleriehauptmann von einem französischen Kriegsgericht ungerechtfertigt wegen Landesverrats verurteilt. Die »Dreyfus-Affäre« löste eine Welle des Antisemitismus und der Repression gegen fortschrittliche Kräfte aus. So musste der naturalistische Schriftsteller Émile Zola das Land verlassen, weil er in seinem Artikel »J’accuse …!« (»Ich klage an ...!«) über die Hintergründe des Falls aufklärte. Nach seiner Freilassung wird Dreyfus wieder in die Armee aufgenommen und zum Major und Ritter der Ehrenlegion ernannt.

1931, 13. Juli: Die Darmstädter und Nationalbank (kurz: Danat-Bank) schließt neun Jahre nach ihrer Gründung zahlungsunfähig ihre Schalter. Gemeinsam mit dem Zusammenbruch der Dresdner Bank und weiterer Kreditinstitute löst das die Deutsche Bankenkrise von 1931 aus. Um dieser Herr zu werden, ordnet die im Vorfeld um Deflation im Rahmen der Weltwirtschaftskrise bemühte Regierung unter Heinrich Brüning drei Bankfeiertage an und zwangsfusioniert die Danat- mit der Dresdner Bank.

1976, 14. Juli: António dos Santos Ramalho Eanes tritt das Amt als Präsident Portugals an. Zuvor hatte die Nelkenrevolution die faschistische Estado-Novo-Diktatur zu Fall gebracht. Der Offizier Eanes ist damit der erste demokratisch gewählte Präsident Portugals. Bürgerlich ausgerichtet, bleibt er zehn Jahre im Amt und ist seit 1986 Mitglied des Staatsrats.

1951, 16. Juli: Leopold III. von Belgien dankt auf öffentlichen Druck hin ab. Nachfolger wird sein zu dem Zeitpunkt 20jähriger Sohn Baudouin, der tags darauf seinen Eid ablegt. Leopold hatte drei Tage nach Flucht der belgischen Regierung ins Londoner Exil im Mai 1940 im Widerspruch zu dieser vor den deutschen Invasoren kapituliert. Gegenüber Hitlerdeutschland wahrte der Monarch stets Neutralität. Sich selbst als Kriegsgefangenen inszenierend, tat er nichts gegen die Unterdrückung des belgischen Volkes durch die Okkupanten. Eine Untersuchungskommission entlastete ihn 1946 vom Vorwurf des Verrats, dennoch blieb Leopold bis 1950 in seinem Schweizer Nachkriegsexil.

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