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Aus: Ausgabe vom 12.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Aufnahmestopp des Tages: Richard Branson

Von Raphaël Schmeller
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Milliardär im All: Richard Branson

Sie haben ein ganzes Stück dazu beigetragen, unseren Planeten zu zerstören, jetzt suchen sie das Weite: die Big Bosse. Allen voran der britische Milliardär und Virgin-Group-Chef Richard Branson, der am Sonntag abend ins All fliegen sollte. Damit setzte er sich im Space-Wettrennen gegen Amazon-Gründer Jeffrey Bezos durch, der am 20. Juli – also neun Tage später – einen kurzen Ausflug ins All wagen will. Abgeschlagener dritter ist Tesla-Mogul Elon Musk, der erst Ende des Jahres möglicherweise seine zwei Kollegen nachahmen könnte.

Neben dem persönlichen Egokampf geht es hier aber natürlich wieder um Kohle – und zwar um richtig viel. Denn »­Weltraumtourismus« könnte laut einer Studie der Schweizer Bank UBS bereits bis 2030 einen Markt im Umfang von drei Milliarden US-Dollar darstellen, Tendenz weiter steigend. Das Interesse der Vermögenden, ihr Geld für Ausflüge ins Weltall zu verprassen, ist enorm: »Wir mussten irgendwann aufhören, Buchungen anzunehmen«, sagte Branson dem Radionetzwerk NPR. Bereits 600 Personen hätten sich für einen Flug angemeldet – Ticketpreis dabei: 250.000 US-Dollar. Für Bransons Flug am Sonntag hatte ein anonymer Bieter sogar 28 Millionen US-Dollar bezahlt, um dabei zu sein.

Mal ehrlich: Diese ganze Weltraumspinnerei der Multis hat doch was Gutes; sollen sie ruhig gehen mit ihren endlosen Flexibilisierungs- und Steuerhinterziehungsgeschichten. Wer braucht schon Gesundheitssystemprivatisierer wie Branson? Das Problem mit der Pandemie, der Armut und dem Klima bekommen wir sowieso besser ohne sie hin. Daher die Forderung: Merkur, Jupiter und Mars als sichere Herkunftsplaneten einstufen und Aufnahmestopp für Branson und Co.

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  • Leserbrief von Reinhard Hopp aus Berlin (13. Juli 2021 um 22:05 Uhr)
    Womit meint eine Spezies, die binnen kurzer Zeit unzählige andere Arten vernichtet, den Planeten fast vollständig zerstört hat und es noch immer widerstandslos zulässt, dass einige wenige perverse Exemplare ihrer Gattung sich in immer obszöneren Exzessen ergehen, eigentlich noch ein Recht auf Weiterleben begründen zu können?

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