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Aus: Ausgabe vom 03.07.2021, Seite 6 (Beilage) / Wochenendbeilage

Schieles Pimmel

Der Geruch von Chlor und der Tod der Kunst
Von Konstantin Arnold
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Wenn man jemanden so richtig fertigmachen will und keine Argumente hat, weil es spät ist und der andere schlau, greift man zur Moral ...

Wien, spätabends, Hotelbar. Gerade gelandet. Im Bewusstsein der eigenen Einzigartigkeit sitzen wir vor den Drinks. Geht nicht anders. Ist überlebensnotwendig, am Ende der Zeit so vor den Drinks zu sitzen. Mein Wiener Lektor, ich, und meine portugiesische Freundin sollte auch jeden Augenblick kommen. Sie hat einen späteren Flug genommen. War vielleicht besser so, für uns und all die anderen Passagiere. Warum, wollte mein Lektor auch gleich wissen, und ich habe ihm davon erzählt, wie wir letzte Nacht in Lissabon damit verbrachten, über die großen Fragen der Kunstfreiheit zu streiten, uns auf Wien einzustimmen. Das war aber kein Diskutieren mehr, das war Krieg. Aufs Äußerste. Seelische Zerstörung. Irgendwann wurde nur noch mit Polemik aufeinander geschossen, bis ins Herz, und am Ende der Nacht fiel die Atombombe der Moral noch auf uns drauf.

Wenn man jemanden so richtig fertigmachen will und keine Argumente hat, weil es spät ist und der andere schlau, greift man zur Moral. Die Moral ist der schlecht gelaunte Puritanervater mit Ellenbogenschonern, der einen per Ohrfeige ins Bett schickt, obwohl es draußen noch hell ist. Demagogische Bestechung, um sich die Stimmen der anderen zu kaufen. Ein Zeigefinger, der immer schön von einem weg zeigt. Sie ist der Grund für 500 Jahre Reformation, das Ende des freien Willens. Die Zerstörung aller Diskussionsgrundlagen, nur weil man ein Mann oder eine Frau oder beides ist. Sagt man nicht, macht man nicht, gehört sich nicht, und warum? Die Moral kennt keine Frage. Sie ist absolut, wird sich selbst gerecht, ist ein Dogma, der Totschlag, die allerletzte Wahrheit.

Der Moralist meint, eine göttliche Berechtigung zu haben, da nur er die Welt als Erlöser vom Bösen befreien kann. Er stellt seine Moral über das Gesetz, und seine edlen Absichten legitimieren das Handeln. Deshalb werden Bilder aus Kunstgalerien entfernt, Maler als Pädophile bezeichnet, Bücher und Flüchtlingsheime angefackelt, Schwangere von ­Männern gesteinigt, die sie vorher vergewaltigt haben, und Menschen im Internet hingerichtet, bevor sie überhaupt was getan haben. Was im Falle eines Freispruchs mit den Menschen passiert, ist egal, vielleicht hat sie die Moral der Geschichte von einer Brücke gestürzt oder sie liegen, an Kotze erstickt, in einem schönen Hotelzimmer. Aufwischen, Petition starten, Profilbild ändern, demonstrieren gehen, wenn der Tag noch lang genug ist. Moralvorstellungen sind gesellschaftliche Gesetze und sittlich-religiöse Empfindungen, die sich gerne mal ändern. Im Abendland löste die Aufklärung die Moral als gesetzgebende Kraft ab. Voltaire sei Dank. Kontroverse statt Konformismus. Nun feiert sie wieder ein Comeback.

Die Antwort der Ethik ist ihre Frage, und auf die Frage der Moral in der Kunst gibt es keine einheitliche Antwort. Man sollte gar nicht erst danach suchen. Lieber die Frage lieben, wie Rilke schrieb. Ansonsten gibt es Streit, wie bei uns. Liegt aber an mir, bin kein guter Diskutierer. Habe eine zu extreme Meinung zur Kunst. Bin zu sarkastisch. Wenn alle in eine Richtung plärren, muss ich in die andere gucken. Das ist angeboren. Außerdem spüre ich eine tiefe Wahrheit, die sich nicht beschreiben lässt, was nicht schlimm ist, weil Wittgenstein sagt, dass Worte gar nicht alles fassen müssen. Ethisch legitimiert.

Meine wenigen Argumente können vor anderen nicht lange bestehen, aber ich verteidige sie gerne bis aufs Blut, nur selbst glauben, was ich da sage, tue ich eigentlich nicht. Schon heute Morgen, wenige Stunden nach unserem Streit, saß ich am Flughafen, fühlte mich schlecht, hinterfragte alles, das ganze Leben, und guckte mir im Computer ein Interview mit Hanno Rauterberg an. Ein wundervoller Mann, Deutschlands bekanntester Kunstkritiker, glaube ich. Ich fand toll, wie der redet. Pastorenartig. Ganz ruhig und besonnen, mit feuerrotem Kopf, kurz vorm Explodieren, weil er seine scharfen eigenen Ansichten nur in gedämpften diplomatischen Tönen nach außen dringen lässt. Ich machte mir Notizen und flog mit Hannos Argumenten nach Wien.

Am Abend würde ich sie meiner portugiesischen Freundin präsentieren, meiner Albertine, und wir würden unseren Streit in einem warmen Kaffeehaus oder in einer ordentlichen Bar beilegen. Irgendwo, wo man nicht schreien kann. Wir hatten uns so auf Wien gefreut. Auf das Weiß der Häuser und das Grün der Dächer und das Gold der Statuen, die da so stehen, Patina schwitzend, in meiner Erinnerung. Das nasse Laub, die kahlen Bänke und das Straßenlicht, das auf all das fällt. Eine Mischung aus allem, so wie das Wienerische eine Mischung aus allem ist. Aus Ost, West, Nord und Süd. Dazwischen die denkmalgeschützten Reste einer großen Jahrhundertwende, in der hier alles aufeinander knallte. Antagonisten und Protagonisten, Aktion, Reaktion, Monarchie und Moderne, Zionismus, Antisemitismus, Armut und die versammelte Dekadenz des Fin de Siècle mit einem Höhepunkt geistiger Schaffenskraft; Freuds Psychoanalyse, Mahlers Theaterrevolutionen, Schieles Bilder. Pausenlose Prostitution, Separées, in Sittenrüstungen gezwängte Frauenzimmer und mit 14 verheiratete Mädchen. Extreme von epischen Dimensionen, zwischen denen die gewaltigsten Energien fließen konnten. Es hatte Gründe, dass Freud, Wittgenstein und Schiele keine Pariser waren. Zu tief die Abgründe, zu blühend bunt die Neurosen, an denen sich ihre Gehirne austoben konnten.

Das Schöne an den Jahrhunderten ist ja, dass sie sich selbst vom Mist filtern und von allein auf ihren Wahrheitsgehalt reduzieren. Auf das Ewige, alles, was hält und frei ist von Eitelkeit, Absicht, Befürchtung. Den Jungs war scheißegal, was sich schickt oder was wir denken oder wie gedacht werden sollte. Nur, dass gedacht wird, war ihnen wichtig. Und die Menschen waren froh, dass sie die dunklen Dinge für sie dachten, so dass man sich gutbürgerlich, mit Abstand, über ihre Werke aufregen konnte. Vor allem über Schiele, das war noch ein Kerl, ein Zeitalter, Mut! Ein junger Mann, der inmitten des Geheimnisses stand und durch seine Erleuchtungen die Dinge erhellte und damit die unermessliche Tiefe des Dunkels preisgab. Er wollte den Menschen zum Menschen erheben, zu einem Ganzen, zum Guten wie zum Schlechten, damit wir über das Schlechte hinauskommen können. Im 20. Jahrhundert gibt es keine Linie wie seine, und seine Linien werden von innen erleuchtet. Ihnen liegt etwas Lebendiges inne, etwas Achterbahnartiges, etwas, das den anderen fehlt. Seine Bilder haben eine weitere Dimension, und diese Dimension besteht aus ihm. Untrennbar von seinen Werken. Die Werke gingen durch ihn durch, und er arbeitete sich an ihnen ab. Zeichnete die Spuren, die sein Blick in der Welt hinterließ. In Traumlandschaften gebettete Gedanken, Städte, Dörfer oder Portraits, ohne oben, unten, rechts, links, gestern und heute. Nur viel Eros und Tod. Und ein Tod, der alles wieder zum Leben erweckte.

Mahler komponierte ihn, Freud schrieb ihn, Schiele malte ihn, diesen Traum von der Wirklichkeit eines Kunstwerks, in dem das menschliche Gefühl einem ästhetischen System vorauseilt, das in die Welt geworfene, sich selbst erfahrende, die eigenen Ängste überwindende, an denen man sich bis zur völligen Verarbeitung erschöpft. Keine reine, bessere Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit. Auf ihrer Suche mussten sie fort in die Fremde, an Grenzen und darüber hinaus, bis sie das Rätsel dessen lösten, was sie fühlten und vor Augen hatten. Sie kannten keine Grenzen und hätten ohne sie doch nicht existieren können. Im Wahnsinn liegt nun mal Weisheit für den Künstler.

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Kunst ist ein Kampf, und das muss Kunst auch bleiben. Sie ist der Zeit voraus, damit die Zeit weiß, wohin sie laufen kann ...

Kunst ist ein Kampf, und das muss Kunst auch bleiben. Sie ist der Zeit voraus, damit die Zeit weiß, wohin sie laufen kann. Kunst ändert die Wahrnehmung und erschafft Wirklichkeiten, hilft uns, die Gegenwart wahrzunehmen, bevor sie Vergangenheit geworden ist und wir nichts mehr tun können, als Denkmäler zu errichten. Alles wiederholt sich, auch wenn wir gerne im Bewusstsein unserer Einzigartigkeit in Bars sitzen und denken, uns passiere alles zum ersten Mal. Da war stets die gleiche breite Masse, oder es war eine andere, die der fortschrittlichen Kunst nicht aufgeschlossen war. Dazu zähle ich selbst. Ginge ich in ­zeitgenössische Museen (ich gehe nicht in zeitgenössische Museen) und stünde vor zeitgenössischer Kunst, würde ich mich wie ein alter Herr mit Gehstock und Zylinder fühlen, der sich im Pariser Salon über Impressionisten aufgeregt hätte (ich liebe die Impressionisten). In ihrer sehnsuchtsvollen Rückwärtsgewandtheit steckt eine ungeheuer visionäre Kraft. »Darf man das aufhängen?« war da die Frage. Nicht: »Muss man das abhängen?« – denn hing ein Bild einmal, musste es gehalten werden. Von Nägeln und Volk. Samt Schambehaarung aller Widersprüche. Wenn Bilder abgehängt werden, weil sie heutigen Maßstäben nicht entsprechen, die wir uns durch die Erfahrung dieser Bilder erarbeiten konnten, wenn Statuen angepisst, statt hinterfragt werden, können wir gleich unser ganzes westliches Wertesystem mitabreißen, weil es auf Griechen und Römern beruht, den alten Kinderfickern.

Eine Moderne strebt nach Erweiterung, nicht nach Eingrenzung. Nur kommt der Druck von unten, wie bei einer selbstverursachten Blähung. Der digitale Mob (also immer die anderen!) verdrängt den guten, kleinen Kreis. Eine aufgegeilte Welt kurz vor dem Höhepunkt. Verrohung. Repression. Wien kann helfen! Ist der lang ersehnte Furz.

Alles, was nicht gemalt werden darf, stinkt, stinkt bis zum Himmel, stinkt durch den Weihrauch der Welt hinweg. Kunst ist der Raum, in dem Dinge erprobt und gedacht werden, die im Leben keinen Raum haben. So wie im Kopf, aber den benutzt lieber keiner. Wir erheben uns über Konstitution, schreien Nachtruhe, schmeißen Steine aus dem Mittelalter auf die Bühnen dieser Welt, bis in Schnitzlers Dramen keiner mehr vom Vögeln reden darf. Künstler müssen jetzt gute Menschen sein. In der Renaissance durften sie ihren Kontrahenten noch das Gesicht aufschlitzen.

»Ambiguitätstoleranz« war so ein Stichwort von Hanno, den ich mit nach Wien gebracht habe. Heißt, dass die Dinge sehr komplex sind und wir das nicht gerne haben und uns daher die gewaltigsten Ablenkungen und Erklärungen suchen, mit denen wir die Dinge einfach erklären können oder nicht. Die Kunst ist natürlich sehr komplex und macht die Welt noch komplexer und zeigt uns bei dem Versuch, die einfachen Wahrheiten zu unterspülen, auch noch all die Komplexe, was uns an der Kunst zweifeln lässt. Wir lassen unseren Heiligenschein mit erneuerbaren Energien leuchten und wollen verdammt noch mal nicht ständig an unsere inneren Widersprüche erinnert werden.

Erst neulich regte sich einer über Egon Schieles Pimmel auf, mit dem das Leopold-Museum Werbung für eine Ausstellung an den Bushaltestellen europäischer Hauptstädte machte. Ein sitzender Akt, mit ein bisschen Pimmel, im 21. Jahrhundert! Große Kunst mit bösen Themen. Die Museen sind voll davon. Aber sind Penisse böse? Wenn sie solch eine Kontroverse erregen, müssen sie gezeigt werden. An Kirchwänden und Grundschulen, im Fernsehen und an der Klagemauer. Das Soziale der Kunst ist ihr Asoziales. Menschen mit Glied. Blumen mit Duft. Bäume im Wind.

In Wien war das mit den Bushaltestellen überhaupt kein Problem. Die Wiener begegnen diesem Tugendterror, so wie dem Tod, mit feiner Ironie. Das Leopold will bald eine Künstlergruppe ausstellen, die ein selbstgeschissenes Alphabet hergestellt hat. »Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit«, steht groß und schön und golden an der Secession. Aufgabe der Museen ist es, unsere kulturellen Werte sicher durch die Zeiten zu bringen. Sie zu kontextualisieren und zu bewahren, gegen den Wind der Welt, die Moral jeder Zeit. In ihnen sind unsere elementaren Werte zu Hause. Ewiges. Liebe und Angst und manchmal selbstgeschissene Buchstaben. Ansonsten mutieren sie zu Volkshochschulen, in denen es nach Spucke riecht und Linoleumböden, die mit Chlor gereinigt werden.

Und mittendrin warten wir, warten immer noch im Bristol. Im Epizentrum von allem, gleich an Stefan Zweigs Ringstraße. Das Leopold nicht weit, die Oper über die Straße, die Secession eine Zigarettenlänge entfernt. Nach Opernpremieren oder Ausstellungen kann man ins Café Sperl gehen und die Zeitungskritiken wie Fußballergebnisse miteinander diskutieren oder mit geistig verzehrten Antiquaren und Dosenbier auf tote Autoren anstoßen. Die Albertina ist auch nicht weit, und der Burggarten wächst gleich nebenan. Nur ins Burgtheater ist es ein Stückchen, aber der Weg führt zwischen den Museen und an der Nationalbibliothek vorbei. Einem Denkmal der Gedanken und der Freiheit der Gedanken in der Welt. Ein besonderes Gebäude. Aber alle Gebäude in Wien sind etwas Besonderes und die, die nichts Besonderes sind, sind hoch und schön und weiß oder Vanille, was weiß ich, aber mit breiten Straßen vorne dran, die stolz an ihnen vorbeiführen. Wer die Eingangshalle der Oper noch nicht gesehen hat, hat noch gar nichts gesehen. Sie ist Kosmos bei der Arbeit, aus allen Teilen der Kunst gemacht, nicht aus einem Urknall entstanden, sondern von Menschenhand. Mahler führt hier die Pausen in die Oper ein, schaltet das Licht im Saal aus, verfrachtet das Orchester in den Graben, so dass der Mensch endlich Oper sehen kann.

Schau, da ist sie. Meine Manon, Albertine, Herzogin Guermantes. Ich wäre bereit. Meine Argumente liegen schön aufgereiht vor mir an der Bar. Sie sieht mich und die Argumente und lächelt, und ich gucke sie und meine Argumente an. Sind sie die Antwort oder ihr Lächeln? Ist das Unmittelbare das Schöne an der Kunst eines Moments, in dem man einen Augenblick betrachtet, ohne das, was war, sein wird und ist? Den Raum des Unbestimmten, das Geheimnisvolle mit schwärmerischer Einbildungskraft erfüllt? Wir spiegeln die Welt. Ich weiß jetzt, wir werden gute Tage haben und glücklich und befriedigt durch Wien laufen. Immerhin gibt es hier noch Läden, in denen das Wasser teurer ist als der Wein. Wir werden die Statuen von Rodin angucken, bis sie lebendig werden, so wie immer, und vor den gleichen Bildern stehen, die immer andere Bilder sind, weil wir immer als Andere in diese Stadt zurückkehren.

Konstantin Arnold, Jahrgang 1990, ist freier Autor und lebt in Lissabon. Er schreibt Reportagen für Tageszeitungen und Magazine, um sich freitags gute Oliven und portugiesischen Rotwein leisten zu können. 2020 publizierte er seinen Debütroman »Libertin. Briefe aus Lissabon« (Proof-Verlag), mit dem er sich zur Zeit auf Lesereise befindet:

9. Juli, Eisenach, Phantasie, 20 Uhr

13. Juli, München, Eine geheime Bar, 20 Uhr

16. Juli, Zürich, Savoy-Hotel Baur en Ville, 20.30 Uhr

19. Juli , Wien, Café Sperl, 20 Uhr

Zuletzt erschien von ihm an dieser Stelle in der Ausgabe vom 14./15. November 2020 die Kurzgeschichte »Montags«.

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