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Aus: Ausgabe vom 03.07.2021, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage
Bildreportage

Als die Touristen nicht mehr kamen

Indonesiens beliebtes Reiseziel Bali am Boden. Mit der Pandemie ist der wichtigste Wirtschaftszweig weggebrochen. Ein Abstieg in Bildern
Von Frischa Aswarini
Viele Wirtschaftszweige hängen am Tourismus: Geldwechselstube (l.) und Restaurant verlassen in Kuta
Nicht mehr gebraucht und verlassen: Klub (l.) und Wohnhaus in Kuta
Niemand mehr da, der Informationen oder Service benötigt: Tourismusbüro (l.) in Kuta und Restaurant in Sanur
Trügerische Idylle: Die Schaukel eines geschlossenen Strandrestaurants in Jimbaran (l.) und ein leeres Kleidungsgeschäft in Kuta

Kuta auf der indonesischen Insel Bali war nie so ruhig. Sein berühmter Strand, meist belebt von Touristen und einheimischen Beschäftigten ist leer. Der Sound der Wellen ist kristallklar zu vernehmen, die Bars, Cafés und Klubs mit ihrer lauten Tanzmusik sind nicht mehr offen. Der Verkehr ist ebenso zum Stillstand gekommen, es gibt keine Taxis mehr, die am Rande der normalerweise chaotischen Straßen stehen. Streunende Hunde und Sicherheitskräfte sind meist die einzigen, die sich seit Ausbruch der Pandemie draußen aufhalten.

Unheimliche Stille umgibt auch Seminyak, Jimbaran und Ubud, andere Touristenhotspots auf Bali. Nahezu alle Hotels haben ihre Türen für Gäste geschlossen, die Mehrheit der Geschäfte und Läden sind außer Betrieb. Einige Restaurants versuchen zu überleben, indem sie Essen abholen lassen oder ausliefern, auch wenn ihnen mit den Touristen ein Gutteil ihrer Kunden abhanden gekommen ist – dass die lokale Bevölkerung diesen Service nutzt, ist am unwahrscheinlichsten. Selbst im Souvenirladen ist nichts übrig außer staubigen Skulpturen und leeren Regalen.

Seit Februar 2020 sind die Zahlen der Touristen zurückgegangen, nachdem alle Flüge aus China abgesagt worden waren. Weiter ging es im März mit Flugrestriktionen aus Südkorea und vielen weiteren Ländern aus Europa. Im April war die Zahl der Flüge um 90 Prozent gesunken.

Balis Ökonomie, die in großem Ausmaß vom Tourismus abhängt, ist schwer getroffen von der Pandemie. Ida Bagus Ngurah Arda, Chef des balischen Personalbüros, gab an, dass mindestens 65.000 Beschäftigte nach Hause geschickt wurden, mehr als 2.000 verloren ihre Arbeit – die meisten von ihnen in Hotels und Restaurants. Laut I Wayan Madra, dem Vorsitzenden der balischen Sektion des indonesischen Gewerkschaftsdachverbands »Confederation of All Indonesian Workers’ Unions«, wurden Beschäftigte auch ohne finanzielle Kompensation nach Hause geschickt.

Es sind schwierige Aussichten für Balis Tourismus, der rund 60 Prozent des regionalen Bruttoinlandprodukts ausmacht. Eigentlich beginnt gerade die Hochsaison, aber niemand traut sich noch, große Erwartungen zu haben. Derzeit steigen die Infektionszahlen in Indonesien erneut. Vor wenigen Tagen hatte das Rote Kreuz vor einem Kollaps des Gesundheitssystems in dem Inselstaat gewarnt. Seit Tagen meldet das Land Rekordwerte von über 20.000 Neuinfektionen. Im viertbevölkerungsreichsten Staat der Erde mit 270 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie fast 2,2 Millionen Coronafälle bestätigt. Mehr als 58.000 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

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