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Aus: Ausgabe vom 03.07.2021, Seite 2 / Ausland
Koloniale Vergangenheit

Solidarität mit Indigenen

Kanada: Große Proteste an Nationalfeiertag nach erneutem Grabfund
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Gestürzte Statue von Queen Victoria in Manitoba, Winnipeg, gestürmt von Protestierenden am Donnerstag

Der Canada Day, der Nationalfeiertag des nordamerikanischen Landes, ist am Donnerstag (Ortszeit) von den neuen Funden von Überresten von 182 Menschen in nicht gekennzeichneten Gräbern rund um eine ehemalige indigene Wohnschule in der Nähe von Cranbrook in der kanadischen Provinz British Columbia überschattet worden. Viele Städte in Kanada sagten die Feierlichkeiten ab, und wütende Menschen gingen auf die Straße, um die kolonialen Grausamkeiten des Landes an seiner indigenen Bevölkerung anzuprangern.

In Ottawa, der Hauptstadt des Landes, marschierten Tausende von Menschen in orangefarbenen Hemden, einige trugen große Transparente mit Slogans wie »Kein Stolz auf Völkermord«, wie lokale Medien berichteten. Die Farbe Orange ist ein Symbol für die Überlebenden des kanadischen Internatsschulsystems. In Toronto marschierten am frühen Donnerstag ebenfalls Demonstrierende in orangefarbenen Hemden, viele trugen Schilder mit Slogans wie »Happy denial day« (»Fröhlicher Tag der Leugnung«).

Der Fund folgte auf die Entdeckung von schätzungsweise 751 unmarkierten Gräbern in der Nähe des Geländes der »Marieval Indian Residential School« in Saskatchewan vergangene Woche. Vor weniger als einem Monat waren die Überreste von 215 Menschen auf dem Gelände der »Kamloops Indian Residential School« in British Columbia entdeckt worden.

Die Schule für indigene Kinder nahe Cranbrook wurde von 1912 bis in die frühen 1970er Jahre von der katholischen Kirche betrieben. Das Gebäude ist seitdem in ein Ressort und ein Kasino umgewandelt worden. »Es wird angenommen, dass die Überreste dieser 182 Seelen von Mitgliedern der Ktunaxa Nation, benachbarter First-Nations-Gemeinden und der Gemeinde Aq’am stammen«, hieß es in einer nach dem Fund am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Lower Kootenay. Demnach hatten Vertreter der Aq’am, die zur Ktunaxa Nation gehören, einen Bodenradar benutzt, um die Überreste der 182 Opfer in der Nähe der ehemaligen St. Eugene’s Missionsschule zu finden.

In einer Erklärung, die nach dem Fund der 751 unmarkierten Gräber veröffentlicht wurde, nannte der kanadische Premierminister Justin Trudeau die beiden Entdeckungen »eine beschämende Erinnerung an den systemischen Rassismus, die Diskriminierung und die Ungerechtigkeit, mit der indigene Völker in diesem Land konfrontiert waren und weiterhin konfrontiert werden«. In seiner Botschaft zum Canada Day sagte Trudeau, dass die Funde der Gräber indigener Kinder in ehemaligen Internatsschulen »uns zu Recht dazu gedrängt haben, über die historischen Fehler unseres Landes nachzudenken«.

Berichten zufolge sind über 150.000 indigene Kinder in Kanada gezwungen worden, ihre Familien zu verlassen, um die sogenannten Internatsschulen zu besuchen, die für Überbelegung, schlechte sanitäre Einrichtungen, ungesundes Essen und ausbeuterische Arbeit bekannt waren. Schüler, die ihre Muttersprache sprachen oder an traditionellen Zeremonien teilnahmen, wurden hart bestraft. (Xinhua/jW)

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