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Aus: Ausgabe vom 02.07.2021, Seite 2 / Ausland
100 Jahre KPCh

Kämpferisch in die Zukunft

China feiert seine Stärke zum 100. Jahrestag der Gründung der KP
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Mit viel Aufwand gestaltet: Die Feierlichkeiten zu Ehren der Kommunistischen Partei Chinas am Donnerstag in Beijing

Mit einem großen Festakt hat die Kommunistische Partei in China den 100. Jahrestag ihrer Gründung begangen. Die KPCh war im Sommer 1921 vom Revolutionär Mao Zedong und einer kleinen Gruppe von Mitstreitern in Shanghai gegründet worden. Heute hat sie rund 95 Millionen Mitglieder.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hob bei der Großveranstaltung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Beijing am Donnerstag den »unumkehrbaren« Aufstieg der Volksrepublik zur Weltmacht hervor. Kämpferisch warnte er andere Staaten vor einem »Kollisionskurs« gegenüber China. Das chinesische Volk werde ausländischen Kräften niemals erlauben, es »zu schikanieren, zu unterdrücken und zu unterjochen«, sagte Xi. Jeder, der das wagen würde, werde auf eine »große Mauer aus Stahl« treffen, die 1,4 Milliarden Chinesen geschmiedet hätten, und »sich den Kopf blutig stoßen«, sagte der Parteichef unter großem Jubel der 70.000 Teilnehmenden. Xi verwahrte sich auch gegen ausländische Kritik: »Wir werden niemals scheinheilige Predigten von jenen akzeptieren, die glauben, sie hätten das Recht, uns zu belehren.«

Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Partei- und Staatsführung versammelte sich Xi auf dem Balkon des Tiananmen-Tores über dem großen Porträt Maos. An derselben Stelle hatte der Revolutionär 1949 die Gründung der Volksrepublik ausgerufen. An der Zeremonie nahmen Tausende Sänger teil, die unter anderem »Ohne die Kommunistische Partei gäbe es kein neues China« zum besten gaben. Kampfflugzeuge flogen in Formation über den Tiananmen-Platz, Helikopter bildeten am Himmel die Zahl 100. 56 Kanonen, die die Zahl der ethnischen Gruppen in China repräsentieren, feuerten 100 Schuss Salut, während eine Ehrengarde aufmarschierte.

In seiner mehr als einstündigen Rede rief der Parteichef auch zur Modernisierung der Streitkräfte auf. »Eine starke Nation muss eine starke Armee haben.« Er wandte sich gegen »Unabhängigkeitskräfte« in Taiwan und rief zur »friedlichen Wiedervereinigung« mit der Insel auf. Niemand dürfe die Entschlossenheit Chinas unterschätzen, seine territoriale Integrität zu verteidigen. Xi unterstrich zudem die Bedeutung der KPCh für die Entwicklung des Landes: »Chinas Erfolg hängt von der Partei ab.« Die KPCh habe Millionen von Menschen aus der Armut geholt und auch viel zur globalen Entwicklung beigetragen.

Der Staatschef der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Jong Un, gratulierte seinem wichtigsten Verbündeten zum Jubiläum, unterstrich die Verbundenheit durch »den Glauben an die sozialistische und kommunistische Sache« und erinnerte in seiner Grußbotschaft daran, dass feindselige Kräfte versuchten, durch »bösartige Verleumdungen« umfassenden Druck auszuüben.

Da China das Coronavirus schon lange im Griff hat, gab es bei den Feierlichkeiten ausnahmsweise keine besonderen Schutzanweisungen. Seit Beginn der Pandemie verfolgt die Volksrepublik erfolgreich eine »Null-Covid-Politik«. (dpa/jW)

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  • Leserbrief von Christian Helms aus Dresden ( 8. Juli 2021 um 12:19 Uhr)
    Warum wird China vom Westen – allen voran den USA – attackiert und diskriminiert? Besonders zum 100. Geburtstag seiner KP. Mit den wirtschaftlichen, sozialen und wissenschaftlichen Erfolgen Chinas verliert der Westen seinen globalen Beglückungsanspruch. Wo auch immer er versuchte, seine Interessen durchzusetzen – im Nahen Osten, in Mittel- und Südamerika oder in Afrika –, »legitimierte« er sie mit dem Versprechen von Freiheit, Menschenrechten, Demokratie und Wohlstand. Fast immer mit verheerenden Folgen für die betroffenen Länder. Demgegenüber demonstriert China der Welt eine Alternative zu dem so gepriesenen westlichen System. Zumindest, solange es der KP Chinas gelingt, die wachsenden sozialen Unterschiede im eigenen Land mit erheblichen Verbesserungen des Lebensniveaus breitester Bevölkerungsschichten zu verbinden.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

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