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Aus: Ausgabe vom 19.06.2021, Seite 3 (Beilage) / Wochenendbeilage

Schluss mit der faschistischen Barbarei!

Am 6. Oktober 1941 veröffentlichte das Zentralkomitee der KPD eine Erklärung zum Krieg Nazideutschlands gegen die Sowjetunion
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Ernte 1941: Kolchosbäuerinnen treten an die Steller ihrer Männer, die im Krieg kämpfen (2. Klischewo-Kolchos in der Nähe von Moskau)

Am 22. Juni hat Hitler durch seinen heimtückischen und treubrüchigen Überfall auf die Sowjetunion das schwerste Verbrechen gegen das deutsche Volk begangen und das größte Unglück über Deutschland gebracht. (…)

Angesichts dieser blutigen Katastrophe fragt sich jeder Deutsche: Warum wurde dieser verbrecherische Krieg gegen die Sowjetunion begonnen? (…) Ohne jegliche Warnung bombardierten die deutschen Luftstreitkräfte auf Befehl Hitlers friedliche Sowjetstädte. Ohne Kriegserklärung setzte Hitler wortbrüchig das deutsche Heer gegen Sowjetrussland ein. Hätte die Sowjetunion einen Überfall auf Deutschland beabsichtigt, so würde sie nicht den Überfall der deutschen Armee abgewartet haben. Bekanntlich hat die Sowjetunion ihre Streitkräfte erst nach dem wortbrüchigen Einmarsch der deutschen Armee in das Sowjetland mobilisiert. Die Tatsachen klagen Hitler an. Es wird ihm nicht gelingen, das deutsche Volk von Gerechtigkeit dieses Schandkrieges zu überzeugen und den Beweis für die Notwendigkeit oder Unvermeidlichkeit dieses Krieges zu führen.

Hitler überfiel die Sowjetunion, um sie zu berauben, um ihre Rohstoffe und Reichtümer für den Krieg gegen England auszunutzen und seinen Krieg gegen die Vereinigten Staaten von Amerika vorzubereiten. Am Raubkrieg gegen die Sowjetunion wollen die glorreichen deutschen Plutokraten und die Nazihäuptlinge verdienen. Das deutsche Volk aber wird in diesem Krieg nichts gewinnen. Durch diesen Raubkrieg wird der Göringkonzern reicher werden, das deutsche Volk wird noch ärmer werden und das millionenköpfige russische Volk wird zu einem unversöhnlichen Feind Deutschlands werden. (…)

Deutsche Arbeiter! Ist es etwa keine Schande für euch, dass ihr Hitler nicht daran hindert, gegen den einzigen sozialistischen Staat der Welt Krieg zu führen, dass ihr in den Werken die Waffen schmiedet gegen ein Land, in welchem die Arbeiter und Bauern die Herren sind? Begreift ihr denn nicht, dass ihr dadurch die Ketten einer noch schlimmeren eigenen Sklaverei schmiedet?

Deutsche Soldaten! Wollt ihr euer Blut vergießen und ehrlos zugrunde gehen als Landsknechte der Reaktion im Kampfe gegen ein Volk, das sein Land, seine Freiheit, seine sozialistische Ordnung mutig verteidigt? (…)

Rund um Deutschland erhebt sich der Hass der Völker, die das Joch der Sklaverei und des Terrors nicht länger tragen wollen. Der Krieg dieser unterdrückten und zerfleischten Völker gegen Hitler ist ein gerechter Krieg. Das deutsche Volk darf nicht die schändliche Rolle eines Würgers und Henkers der freiheitsliebenden Völker auf sich nehmen.

Wenn es frei sein will, wenn es den Schandfleck der Hitlerverbrechen von sich abwaschen will, so muss es den Befreiungskampf der Völker Europas und vor allem den großen Befreiungskrieg der Sowjetunion unterstützen. (…)

Im Vorgefühl seines unerbittlich herannahenden Untergangs versucht Hitler, der Deutschland in immer neue Abenteuer hineinreißt, durch die lügenhafte Behauptung, seine, Hitlers, Niederlage bedeute eine Katastrophe für Deutschland, das deutsche Volk an sich zu fesseln.

Die Geschichte aber lehrt, dass Völker niemals dadurch untergegangen sind, dass sie verbrecherische Regime stürzten. Im Gegenteil! Der Sturz solcher Regierungen förderte die Wiedergeburt sowie den materiellen und moralischen Aufschwung des Volkes. (…) Hitler, das ist der Krieg ohne Ende, Hitlers Weg führt zur Ausrottung des Volkes, zur Vernichtung des Landes, zur Katastrophe. Dieser Weg ist nicht der Weg des deutschen Volkes.

Das deutsche Volk hat einen anderen, seinen eigenen Weg. Dieser Weg führt über die Befreiung des deutschen Volkes von dem hitlerfaschistischen Unterdrückungsregime, über die Erringung eines Deutschlands, das es endlich verstehen wird, in Frieden zu leben, und eine Verkörperung des wahren Volkswillens sein wird. Das wird ein Deutschland ohne die Herrschaft der plutokratischen Hyänen und der faschistischen Räuber sein, in welchem es keine Arbeitslosigkeit geben wird, in welchem das Recht auf Arbeit garantiert sein wird, in welchem der Bauer die Freiheit haben wird, über die Erzeugnisse seiner Arbeit zu verfügen. Das wird ein Deutschland sein, in welchem mit der faschistischen Barbarei Schluss gemacht ist, ein Deutschland, in welchem nicht die Reichtümer und die Herkunft, sondern die Fähigkeiten und die Arbeit des Menschen seine Stellung in der Gesellschaft bestimmen werden. Das wird ein Deutschland sein, im welchem es keinen schreienden Widerspruch zwischen dem Reichtum der einen und dem fürchterlichen Elend der anderen gibt. Das wird ein unversehrtes, unabhängiges Deutschland sein, ein Gleiches unter Gleichen, ein Deutschland, das mit allen Völkern in Frieden lebt.

Erklärung des Zentralkomitees der KPD vom 6. Oktober 1941. Hier zitiert nach: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Band 5. Dietz-Verlag, Berlin 1966, Seiten 550–553

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