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Aus: Ausgabe vom 19.06.2021, Seite 1 / Ausland
UNHCR-Bericht

Immer mehr Menschen auf der Flucht

Zahl der aus ihrer Heimat Vertriebenen weiter gestiegen – viele davon im eigenen Land
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Flüchtlinge auf dem Weg zur türkisch-griechischen Grenze (28.2.2020)

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch von 82,4 Millionen Menschen gestiegen. Dies seien doppelt so viele wie vor zehn Jahren, heißt es in dem am Freitag vorgestellten Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Insbesondere die Zahl der Binnenvertriebenen nahm zu.

Während »der Pandemie ist alles stehengeblieben, einschließlich der Wirtschaft«, sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi der Nachrichtenagentur AFP. »Aber Kriege und Konflikte und Gewalt und Diskriminierung und Verfolgung – all die Faktoren, die diese Menschen in die Flucht getrieben haben – sind bestehengeblieben.«

Bereits 2019 war die Zahl der Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung flohen, auf einen Höchststand gestiegen. Im Jahr 2020 kamen dem Bericht zufolge noch einmal weitere drei Millionen dazu. Die Zahl der aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen ist damit im neunten Jahr in Folge gestiegen. Laut dem UNHCR-Bericht befanden sich zum Ende des vergangenen Jahres weltweit etwa 26,4 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht. Hinzu kamen 4,1 Millionen Asylsuchende, über deren Status noch nicht entschieden worden ist. Während diese Zahlen im Vergleich zum Vorjahr relativ unverändert blieben, stieg die Zahl der sogenannten Binnenvertriebenen, also der Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind, an. Sie wuchs um mehr als zwei Millionen auf 48 Millionen.

»In einer Situation, in der Konflikte und Gewalt zugenommen haben und in der der Grenzübertritt durch Corona erschwert wurde, ist die Zahl der Binnenvertriebenen zwangsläufig gestiegen«, sagte Grandi. Mindestens 164 Länder hatten im vergangenen Jahr wegen der Pandemie ihre Grenzen geschlossen, mehr als die Hälfte davon ließ auch keine Asylsuchenden und Geflüchteten ins Land.

Mehr als zwei Drittel der weltweiten Flüchtlinge stammten aus nur fünf Ländern, darunter Syrien und Afghanistan. 42 Prozent der Vertriebenen waren dem Bericht zufolge jünger als 18 Jahre. (AFP/jW)

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