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Aus: Ausgabe vom 14.06.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: The Show must go on

Fußball-EM: Dänemark–Finnland | Sa., 18 Uhr, ZDF
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Die Kamera läuft: Das dänische Team schützt Christian Eriksen vor den Blicken der Weltöffentlichkeit (12.6.2021)

Es ist jetzt schon einer der perversesten Momente der modernen Fußballgeschichte: Die dänischen Nationalspieler hatten gerade miterleben müssen, wie ihr Teamkollege Christian Eriksen unvermittelt zusammengebrochen ist. Minutenlang musste er reanimiert werden, rang vor den Augen seiner Partnerin und der Weltöffentlichkeit mit dem Tod (ewig lange Liveaufnahmen mit Close-ups der Frau und Spieler inklusive, auf Geheiß eines offenbar vollkommen wahnsinnig gewordenen Regisseurs). Kaum ist Eriksen im Krankenhaus und wieder bei Bewusstsein, stellt die europäische Fußballunion UEFA die Dänen und ihre finnischen Gegner vor eine unmögliche Wahl: Weitergespielt werden muss – ob jetzt oder morgen um zwölf Uhr mittags könnt ihr euch aussuchen. Sie entscheiden sich für ersteres. Das Sterben moderner Sklavenarbeiter an WM-Arenen sieht man nicht im TV, der Beinahetod eines Spielers wird dagegen zum Livespektakel. Wer glaubt, hier ginge es um Sport, ist nicht mehr zu retten. (pm)

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  • Leserbrief von Klaus P. Jaworek aus Büchenbach (15. Juni 2021 um 11:11 Uhr)
    Komisch, die G7ler haben sich ausgefeiert, und kurz danach schwappte die neue Delta-Variante mit voller Wucht über die Brexit-Insel hinweg. Halt, ins Wembley-Hotspot-Stadion dürfen zum Fußball-EM-Kick trotzdem noch ganz schnell 40 000 Fans hinein, wahrscheinlich hat die Delta-Variante Stadionverbot. Die Märchenstunde geht weiter, die Maske bleibt, und König Fußball bestimmt in Wirklichkeit über das Virus!
  • Leserbrief von Joachim Seider (14. Juni 2021 um 12:04 Uhr)
    Wie gewiss Millionen andere Fußballfreunde waren wir entsetzt, als Christian Erikson auf dem Spielfeld zusammenbrach. Dass das Spiel trotz des allseits greifbaren Entsetzens später fortgesetzt wurde, machte uns vollends fassungslos. Der vermarktete Spitzensport ist nicht für besondere Achtung des Lebens und der Gesundheit der Sportler berühmt. Hier aber war besonders deutlich zu spüren: Es geht längst nicht mehr um den Sport und seine Werte, sondern nur noch ums Geschäft. Die Show ist bezahlt. Die Show muss weitergehen. Koste es, was es wolle.

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