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Aus: Ausgabe vom 11.06.2021, Seite 16 / Sport
Beim Fananwalt

Die Kraft der Fans

Von René Lau
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Unsichere Blicke trotz Klassenerhalt: KFC-Teammanager Stefan Reisinger (r.) und Cheftrainer Jürgen Press beim letzten Dritte-Liga-Spieltag in Mannheim

Diese Woche kam die Nachricht, dass auch der neue Investor beim KFC Uerdingen nicht weitermacht. Damit steht der Fußballverein nicht nur vor dem Abstieg aus der dritten Liga, sondern möglicherweise vor dem Aus. Der »Geldgeber« war für den eigenwilligen Geschäftsmann Michail Ponomarew eingesprungen; dieser führte den Verein in Gutsherrenart. Nun mag man zum ehemaligen Bayer-Klub stehen wie man will, aber auch dort gibt es viele Mitglieder und Fans, die ihren Verein lieben. Diese hatten schon die vergangenen Jahre ein ungutes Gefühl, was den ehemaligen Werksklub betraf – immer nach dem Motto: Das kann nicht gutgehen. Nun ist es soweit: Die Betroffenen stehen vor einem Scherbenhaufen, weil ein Größenwahnsinniger die Lust an seinem Spielzeug verloren hat.

Was mussten wir Fans uns in Coronazeiten alles von Vereinsfunktionären anhören: »Wir brauchen Investoren, ohne großes Geld geht es nicht, und und und …«. Allein wir waren es, die immer gemahnt haben.

Ich kann mit jedem KFC-Anhänger mitfühlen, denn auch mein Herzensverein musste vor mehr als 20 Jahren in die Insolvenz. Nur dank der Kraft der Fans und Mitglieder hat der Verein überlebt. Diese Botschaft muss man nach Uerdingen weitertragen. Denn auch dort werden sie es sein, die den Verein retten. Egal wie, Hauptsache, er überlebt. Aktuell rufen sie zu Vereinsbeitritten und zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auf. Damit soll das Notwendige auf breitere Füße gestellt werden. Und das ist auch richtig so.

Was lernen wir als Fans daraus? Die mit den Trikots und Fußballschuhen kommen und gehen – und die mit den Anzügen sowieso. Einzig der Fan bleibt und gibt sein letztes Hemd für den Verein. Ihm ist es egal, ob der Herzensklub in der fünften oder siebenten Liga spielt. Hauptsache, er überlebt und existiert weiter.

Wir Mitglieder von allen anderen Vereinen möchten denen in der altehrwürdigen Grotenburg zurufen: Bleibt standhaft, ihr bekommt das hin!

Und was wir von Uerdingen lernen, ist, dass ein Investor nie für einen Verein gut ist, wenn er nur auf Maximalgewinn aus ist und keinerlei Beziehung zum Verein hat. Wir alle müssen immer genaustens darauf achten – insbesondere auf der jährlichen Mitgliederversammlung –, wer es mit welchen Absichten auf den Verein abgesehen hat. Niemals darf ein Klub mit seiner Tradition und seinen Werten gegen Kapital und kurzfristigen Erfolg eingetauscht werden.

»Sport frei!« vom Fananwalt.

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