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Aus: Ausgabe vom 10.06.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Die Fülle

Dick und nun? | Di. 23.10 Uhr, Arte
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Im Badeanzug vor dem Panorama des Körperregimes: Gabrielle Deydier

Dicke haben’s nun mal schwer. Und das Vorurteil gegen die Fülle ist mindestens so alt wie die Maßgabe des Fastens. Also schon sehr alt. Schließlich ist die Völlerei immerhin die Nummer fünf in der Hitliste der sieben Todsünden.

Gut im Fleische steht auch die Autorin und Dokumentarfilmerin Gabrielle Deydier. Sie ist 1,53 Meter groß und wiegt 123 Kilogramm. An ihrem filmischen Selbstporträt »Dick und nun?« zeigt sich exemplarisch der kontrollgesellschaftliche Selbstwiderspruch. Einerseits gehört »Fat Shaming« längst zu den neuen Todsünden gegen die Auflagen des politisch korrekten Verhaltens. Die Betroffenen sollen unbehelligt bleiben dürfen. Andererseits ist die soziale Diskriminierung, Verhöhnung und Ausgrenzung der Dickleibigen real. Der Körper ist etwas, das kontrolliert werden muss. Vorzugsweise vom Träger des Körpers selbst. Mit Diätplan, Fitness und Therapie.

So ergibt sich ein paradoxes Körper-Hygiene-Regime des »Du darfst alles, du sollst besser nicht«. (aha)

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Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

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