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Aus: Ausgabe vom 29.05.2021, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Arbeiterbewegung

»Schwelbrände sind Schwäche der sozialen Kämpfe weltweit«

Über den Rätekommunismus, seine Niederlagen und Chancen. Ein Gespräch mit Felix Klopotek
Interview: Stefan Ripplinger
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Das Denkmal für die Föderative Ungarische Sozialistische Räterepublik von 1919, verbannt in den Szoborpark (Statuenpark) in Budapest

Rätekommunismus beruft sich auf den Grundsatz: »Die Befreiung der Arbeiterklasse muss das Werk der Arbeiterklasse selbst sein.« Dazu gehört Zuversicht, dennoch geben sich die Theoretiker des Rätekommunismus, wie ich Ihrem Buch zum Thema entnehme, alles andere als utopisch, sondern versuchen, die »Hürden der Selbstbefreiung« zu erkennen.

Mich ärgert ein linkes Vorurteil in der Wahrnehmung des Rätekommunismus: dass die Rätekommunisten die Selbsttätigkeit des Proletariats narzisstisch überhöhten und ein rosarotes Menschenbild ewig urgründlich sprudelnder Spontaneität zeichneten. Nichts falscher als das! Paul Mattick (1904–1981, jW) schreibt im Nachwort seines Hauptwerks »Marx und Keynes« von 1969: »Vielleicht ist der Sozialismus eine Illusion und die Gesellschaft dazu verurteilt, Klassengesellschaft zu bleiben.« Das ist keine Resignation. Es findet sich im Rätekommunismus, wie er sich als proletarisch-theoretische Reflexionsform der Niederlagen nach 1918/19 allmählich herausbildet – ein zutiefst skeptischer und pessimistischer Zug. Das Plädoyer für das Räteprinzip, der Schlachtruf »Die soziale Revolution ist keine Parteisache« resultieren aus der Aufarbeitung der Niederlagen. Die Rätekommunisten durchmustern die überlieferten Organisationsformen des Proletariats und setzen sie in Beziehung zum Stand kapitalistischer Produktivkraftentwicklung: Inwiefern dienen die Organisationen der Integration der Klasse in dieses Gewaltverhältnis? Wenn alles gescheitert ist – und davon gehen die Rätekommunisten nach der offen konterrevolutionären Rolle der SPD in den Revolutionsjahren und der Involution der Russischen Revolution aus –, was bleibt dann übrig? Welche Handlungsoptionen hat das Proletariat noch? Die Hürden der Selbstbefreiung müssen wir als Negativform des Kommunismus begreifen.

Gut, vielmehr nicht so gut, aber beginnen wir nicht mit dem Scheitern, sondern mit dem Gelingen. Der Rätekommunismus hatte seinen ersten Höhepunkt in den Massenstreiks der 1920er Jahre. Und es scheint, dass er gerade in Streiks Aktualität gewinnt. Ist der Streik sein Medium?

Marinus van der Lubbe, der den Reichstag angesteckt haben soll, war Rätekommunist. Ich will mich hier nicht auf das Glatteis einer Rekonstruktion der Nacht des Brandes begeben. Aber unstrittig ist: Van der Lubbe wollte was in Berlin bewegen, er wollte ein Fanal setzen, das deutsche Proletariat mit einer exemplarischen Aktion aufrütteln. Im rätekommunistischen Milieu hat man das verstanden und sich uneingeschränkt solidarisch mit ihm gezeigt. Das Medium der Rätekommunisten ist die Aktion, die einen unwiderruflichen Bruch mit dem Bestehenden zum Ausdruck bringt. Jetzt die Einschränkung: Die Rätekommunisten legen diesen Satz nicht existentialistisch aus, leiten keinen individuellen Terror aus ihm ab, sondern beziehen ihn auf die Klassenaktionen. Die sichtbarste Klassenaktion ist der Streik, die Räte haben sich aus Streikkomitees entwickelt. Was die Rätekommunisten am Streik interessiert, sind die Momente, die nicht in die Tarifstreitrituale von Kapital und Gewerkschaften passen, sondern darüber hinausweisen, das Unkontrollierbare.

Als drei Prinzipien des Rätekommunismus nennen Sie Spontaneität, Zähigkeit und Krisentheorie; die letztere besteht in der Annahme, mit der Krise des Kapitalismus könne eine revolutionäre Situation eintreten. Schauen wir uns die Prinzipien näher an. Bei »Spontaneität« frage ich mich, ob das Wort nicht bloß bedeutet, dass etwas plötzlich eintritt, dessen Gründe wir einfach noch nicht kennen.

Völlig richtig. Genauso haben um die Jahrhundertwende Herman Gorter, Rosa Luxemburg oder Henriette Roland Holst Spontaneität verstanden: Schaut her, das Proletariat handelt, ohne euch zu fragen, es organisiert sich, ohne dass ein Verfassungsrichter sein Plazet gibt. Und dann die Ereignisse 1905 in Russland! Hatten nicht alle marxistischen Chefdenker dekretiert, dass dort ganz bestimmt keine Revolution ausbrechen werde? Es kam aber ganz anders. Die erste Aufgabe der Theorie ist Selbstbeschränkung. Die Wissenschaft von Marx bleibt die Grundlage all unserer Meinungen und Gedanken, schreibt Anton Pannekoek, und spitzt dann zu: Das Wort »Marxismus« sollte aus unserer Propaganda verschwinden, alles, was wir erzählen, beruht auf dem, was wir sehen und was jeder Arbeiter sehen kann. Das lehrt die Spontaneität.

Aber bald sahen die europäischen Militanten Formierung statt Aufstände. Ab den 1930ern waren sie gezwungen, als »Klosterbrüder des Marxismus« zu überwintern. Musste das den Rätekommunismus, der, mit Volker Braun (»Große Fuge«, erschien 2021 bei Suhrkamp) gesprochen, aus dem »Kernbereich der Fabrik« wirkt, nicht um sein Wesentliches bringen?

Nicht um das Wesentliche – um das Lebendige. Das »Wesentliche«, also die bedeutenden Programmschriften, haben die Rätekommunisten im toten Winkel verkrusteter Klassenkämpfe und totalitärer Regimes geschrieben, das waren die 1930er und 40er Jahre. Das Lebendige – das wäre die Beteiligung an direkten Aktionen des Proletariats gewesen. Das Ausbleiben dieser Aktionen ist fatal für jede Befreiungslehre, die aufgezwungene Isolierung kann nur wenige Jahre in produktive theoretische Arbeit umgemünzt werden. Der alte Karl Korsch ist in den 50er Jahren zu Streiks in seiner Umgebung gefahren, um mal wieder was zu spüren. Heute sind das »Wesentliche« des Rätekommunismus Artefakte, manchmal nur schwer zu dechiffrierende Texte, die, um mit Heiner Müller auf Braun zu reagieren, auf Geschichte warten.

Eines dieser Artefakte sind die »Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung« (1930), hauptsächlich verfasst von Jan Appel (1890–1985, jW). Er entwirft darin eine Gesellschaft ohne Markt und deshalb auch ohne Staat. Und doch kritisieren Sie, dass über die Sonderbewertung etwa der Ingenieursleistung sich die alte »Kontrollpyramide« aufrichte. Aber alle Bewertung von Bedarf und Leistung führt doch eine Hierarchie ein.

Keine Angst vor Hierarchien. Es wird immer Leute geben, die mehr leisten können, die einen Wissensvorsprung haben. Die Frage ist, wie durchlässig diese Hierarchien und wie einsichtig ihre Struktur, ihre Entwicklung, ihr Zweck sind. Appel war ein Tüftler und Draufgänger, ein völlig unerschrockener Typ, wenn man an seine Zeit im niederländischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung denkt, und er reagierte allergisch darauf, etwas vorgesetzt zu bekommen, was ihm nicht einsichtig ist, was opake Stellen aufweist, hinter denen sich Macht und Ausbeutung verbergen. Seine »Grundprinzipien«, die er schon 1925 im Knast skizziert hatte, entwerfen ein System auf Grundlage einer antikapitalistischen Grundhaltung, in dem die Arbeiterinnen und Arbeiter stets wissen, was mit ihrer Arbeit passiert, für was sie gerade arbeiten, was sie dafür erwarten können. Und sie wissen das, weil sie dieses System selbst erkämpft haben werden.

Um eine durchlässige Hierarchie zu gewährleisten, wird hier »bottom-up« organisiert: im Betrieb die Räte, die Obleute in eine Organisation entsenden, welche nicht parteiförmig werden darf. Aber verengt das nicht die Aufmerksamkeit auf die Geschehnisse vor Ort? Paul Mattick betont: Der »Überblick über die gesamtgesellschaftlichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten« dürfe nicht verlorengehen.

Das ist der entscheidende Punkt: Die Räteorganisation darf nicht auf voneinander isolierte Betriebe bezogen bleiben, es darf kein »Sondereigentum« entstehen, wie Korsch es genannt hat, kein Betriebspatriotismus, kein Neokapitalismus von Genossenschaften, die intern sozialisiert sind, aber nach außen hin gegen andere Genossenschaften um Ressourcen, Vergütungen, also Kapital, konkurrieren. Demnach bedarf es einer Zentralgewalt, die die betrieblichen Einzelinteressen mit dem gesellschaftlichen Allgemeinen abgleicht. Die Zentralgewalt, die Appel, darin ganz orthodoxer Marxist, ins Spiel bringt, heißt aber nicht »Staat«, sondern »Ökonomie der Zeit«.

Das müssen Sie erklären.

Wenn es der Modus unserer Arbeitsweise ist, alle Ressourcen nach dem zeitlichen Aufwand zu messen, der zu ihrer Produktion – oder Reproduktion – nötig ist, und sie dann so einzusetzen, dass immer mehr Zeit für unser Leben bleibt, löst sich auch der Antagonismus der Betriebe auf, weil alle das gleiche Ziel haben.

Alle haben das gleiche Ziel – das muss jedoch im Weltmaßstab gelten. Wie Luxemburg in ihrer »Antikritik« posthum 1921 veröffentlicht – schreibt, sperrte sich der Rätekommunist Anton Pannekoek (1873–1960, jW) gegen ihre Einsicht, die Akkumulation des Kapitals führe in den Imperialismus. Ganz in ihrem Sinne und mit Paul Mattick schreiben Sie dagegen, auch verbesserte Arbeitsbedingungen verstärkten den »imperialistischen Drang« des Kapitals. Lokale Aufstände verschieben das Übel also nur in den Süden oder in den Osten. Es hilft demnach nicht die Revolution allein, nur die Weltrevolution.

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Felix Klopotek

Wie alle Marxisten ihrer Zeit, Luxemburg vielleicht ausgenommen, waren die Rätekommunisten eurozentrisch borniert. Die Frage ist, was an ihrer Theoriearbeit über die zeitspezifischen Beschränkungen hinausweist. Das wäre der unbedingte Internationalismus. Hier sind die Rätekommunisten wieder ganz bei Rosa Luxemburg. Also ja, natürlich, Weltrevolution – oder keine.

Unterscheidet sich die rätekommunistische Krisentheorie von der Luxemburgs?

Als sich im rätekommunistischen Milieu eine Krisendiskussion entspann, die ihrem Gegenstand gerecht wurde, waren die krisentheoretischen Arbeiten von Luxemburg bereits 20 Jahre alt, sie spielten nur noch eine Nebenrolle. Man kann an Luxemburgs Überlegungen kritisieren, dass sie nicht weit genug gehen, zu sehr auf »Realisierungsschwierigkeiten« und »Disproportionalitäten« zwischen den Produktionsabteilungen, also auf Marktvorgänge, fixiert sind. Mattick greift dagegen einen Gedanken Henryk Grossmanns (deutsch-polnischer Ökonom, Statistiker und Historiker, 1881–1950, jW) auf, streng vom Verhältnis von totem zu lebendigem Kapital auszugehen. Das tote will das lebendige Kapital immer produktiver anwenden und schnürt ihm so die Luft ab. Je produktiver, erfolgreicher der Kapitalismus ist, desto umfassender sind seine Krisen und desto tiefer schneiden sie ein. Mattick braucht diesen Gedanken, um zu zeigen, dass der Kapitalismus kein geschlossen totalitäres System ist. Er vermag das Proletariat vollständig zu befrieden – bis zur nächsten Krise.

Die westliche Hemisphäre haben die Rätekommunisten also durchschaut. Wie steht es mit der östlichen? Anfangs waren die Räte nichts als deutsche »Sowjets«. Dennoch haben sie sich nach 1920 vom Land der Räte abgewandt, weil es ihnen ein Land der Parteibürokratie geworden zu sein schien. Nicht ins Bild passt, dass, wie ich in Gilbert Badias (1916–2004, jW) schönem Band über den Spartakismus lese, die Bolschewiki sich zunächst gerade für diejenigen Kräfte in Deutschland stark gemacht haben, die mit der Parteistruktur brechen wollten, etwa für die Bremer Linksradikalen.

Stopp – zwischen 1917 und 1920 besteht ein Unterschied! Den Bolschewiki war klar, dass sie Unterstützung nur von den Linksradikalen unter den Kadern der europäischen Arbeiterbewegung erwarten konnten. Es gab 1917 keine Rätekommunisten. Wer Kommunist war, bekannte sich selbstverständlich zum Roten Oktober und zu den Bolschewiki. Die Entfremdung setzte 1919 ein, der Bruch wurde spätestens 1921 vollzogen, vielleicht zu schnell, denn bis 1926 war nicht ausgemacht, dass die Sowjetunion einen nationalistisch-konterrevolutionären Weg einschlagen sollte.

Später kannten die Rätekommunisten in ihrem Hass auf die Sowjetunion kein Halten mehr. Sie zitieren Korsch mit den Worten, die Sowjetunion habe die »sogenannten faschistischen Züge« europäischer und asiatischer Staaten vorweggenommen. Das muss uns an Ernst Nolte (Historiker und Philosoph, 1923–2016, jW) erinnern.

Gegen Ende seines Lebens gab Heinz Langerhans zu Protokoll, dass »der ganze Terroraspekt des Faschismus, der zu Beginn so vielen Marxisten auch theoretisch zu schaffen gemacht hatte, doch diejenigen nicht überraschen konnte, die im Widerstand gegen die Stalinisierung, wie zum Beispiel die Korsch-Gruppe, alle diese Methoden schon erfahren und erkannt hatten«. Das sagt jemand, der als Widerstandskämpfer von der Gestapo gefoltert wurde, im KZ saß, 1941 buchstäblich in letzter Minute die Hölle Europa hinter sich lassen konnte und dessen jüdische Frau Ilse Bloch Theresienstadt überlebte. Langerhans weiß also, was er da sagt. Hinter dem angeblich haltlosen Hass auf die Sowjetunion, besser: den Stalinismus, steckt der Hass auf den Faschismus. Erst die Niederlage der radikalen, autonomen Kräfte in der Arbeiterbewegung bereitete dem Faschismus den Weg. Nolte wollte mit der Reihenfolge »erst Bolschewismus, dann Faschismus« die deutsche Nation salvieren – wen wollen die Rätekommunisten salvieren? Niemanden. Sie verweisen nur auf den Standpunkt der Arbeiter. Oder Langerhans lakonisch: »Die Funktion des Stalinismus wie dann die des Faschismus war die Niederknüppelung der Arbeiter.«

Die Rätekommunisten nehmen also konsequent den Blick des Arbeiters ein, der sich, mit Franz Jung (1888–1963, jW), oft genug auf dem »Weg nach unten« (1961) befindet. Außer Jung führen Sie noch andere Linke an, die sich selbst nicht als Rätekommunisten bezeichnet hätten. Wie kommen Sie auf Christel Neusüß (1937–1988, jW)?

Die viel zu früh verstorbene Christel Neusüß hat ihr marxistisches Wissen dazu eingesetzt, die überlieferten Formen der Arbeiterbewegung und den Sozialstaat, den in den 1970er Jahren viele Linke mit einem Sprungbrett zum Sozialismus verwechselten, zu kritisieren. In den 80er Jahren spitzte sie diese Kritik zu und wandte sie auch auf den Marxismus selbst an. Diese Denkbewegung kannte ich von Korsch. Bei Neusüß ist sie radikalfeministisch motiviert. Dafür, dass ich sie in den rätekommunistischen Kanon eingemeinde, hätte sie mich vielleicht verspottet: »Ah, Herr Klopotek, Sie brauchen wohl ein feministisches Alibi!«

Vielleicht, aber Frauen waren doch eh von Anfang an dabei.

In Neusüß’ Schriften, nicht zuletzt in ihrer großartigen Studie über die »Kopfgeburten der Arbeiterbewegung« von 1985, entdecke ich sehr viel, was sich wie eine zeitgemäße Wiederbelebung der rätekommunistischen Kritik liest: Wie sich Macht und Ausbeutung in Arbeitsverhältnisse einschleichen und wie sich die Organisationen der Arbeiterbewegung demgegenüber als zahnlos, gar blind erweisen.

Heutige Aufstände leiden aber selten an Macht und Partei, sondern daran, dass sie Strohfeuer sind. Der Rätegedanke scheint sich hier weniger als antiautoritärer Ansatz denn als Rezept für eine Minimalorganisierung anzubieten.

Immer noch brennen zahlreiche Abraumhalden im Ruhrgebiet vor sich hin – nicht zu löschen. Oder nehmen Sie die Taiga: Da sprechen wir von Schwelbränden auf Flächen, die größer als Deutschland sind. Das wären die passenderen Metaphern für die sozialen Kämpfe unserer Zeit.

Schwelbrände, keine Strohfeuer.

Ein Strohfeuer – das war der Pariser Mai, aufschießende Flammen, sehr grell, viel Rauch, aber wenig springt über. Seit 2011 erzählen uns Soziologen und Statistiker, dass es weltweit Jahr für Jahr mehr Aufstände, Streiks, Riots und Rebellionen gibt als 1968. Die letzte globale Aufstandswelle ebbte bloß wenige Wochen vor der Coronapandemie ab. Aber es sind eben Schwelbrände, langsam sich ausbreitend, untergründig, man kann noch gut über sie hinwegsehen. Und das ist ganz sicher eine Schwäche der sozialen Kämpfe – noch mal: weltweit. Händeringend hilflos, kann ich Ihnen da nur zustimmen: Räte wären eine Minimalbedingung für Sichtbarkeit und Koordination über den engen regionalen Rahmen hinweg.

Felix Klopotek lebt und arbeitet in Köln. Er forscht zur Geschichte und Aktualität der großen Abweichler innerhalb der Arbeiterbewegung.

Im April erschien Felix Klopoteks Buch »Rätekommunismus. Geschichte – Theorie«, Schmetterling-Verlag, Stuttgart 2021, 252 Seiten, zwölf Euro

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    So viel pseudorevolutionäre Phrasendrescherei liest man selten. Mit dem Geschwafel von »Weltrevolution« hat schon Trotzki versucht die russischen Arbeiter zu verwirren und auf den Sanktnimmerleinstag zu vertrösten. Wenn dann noch der Sozialismus mit dem Faschismus auf eine Stufe gestellt wird: »Die Funktion des Stalinismus wie dann die des Faschismus war die Niederknüppelung der Arbeiter.« Dann fragt man sich: Gibt es in der jW keine Qualitätssicherung?

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